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Was ist denn ein staatlich geprüfter Chef-Leider?

Ein staatlich geprüfter Chef-Leider ist ständig auf der Suche nach Leid. Er steht morgens auf, macht sich fertig für sein Tun in Ihrem Unternehmen und beginnt vehement und mit viel
Engagement sofort mit seiner Arbeit. Er schaut sich um nach Haken und Ösen. Er suche Haare in Suppen. Er beobachtet, ob auch alle Mitarbeiter Ihrer Firma schön leidvoll gucken und
so ihren Aufgaben nachgehen. Sollte jemand aus Versehen einmal guter Dinge sein oder gar
lächeln, schreitet er sofort ein und erinnert daran, die Arbeit wie bisher leidvoll zu verrichten. Damit die Ergebnisse berechenbar bleiben. Läuft alles nach seinen Vorstellungen, setzt er sich
hin und sucht nach weiterem Leid in der Zukunft. Überlegt sich, wie er mit vorweggenommener leidvoller Anteilnahme schon jetzt die nächsten Projekte konzipieren kann.

Denn dummerweise kommt es immer wieder vor, dass Mitarbeiter es wagen, vertrauensvoll in die nächsten Monate, gar ins nächste Jahr zu blicken. Dem muss permanent ein Riegel vorgeschoben werden. Deshalb ist der Chef-Leider auch so gut trainiert. Gelernt hat er sein Wissen schon ganz früh. Hat sich angeschaut, wie Unternehmen funktionieren und sich sofort für das staatlich anerkannte Leid-Studium mit umfassender Abschlussprüfung in viele Geschäftsbereichen entschieden. Und hat meist die Kernfächer Jammern, Meckern und Kritisieren gewählt. Das Nebenfach Tratschen ist in der Ausbildung auch immer sehr beliebt. Damit waren halt die vielfältigsten Möglichkeiten gegeben, einen gut bezahlten Job zu finden.

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