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Kairos als positiver Stress.

Was bedeutet Kairos als positiver Stress für Sie? Hans Selye, der „Vater der Stressforschung“, meint, die höchste Pflicht des Menschen bestehe darin, „das eigene Ich seinem inneren Vermögen entsprechend soweit wie möglich zum Ausdruck zu bringen. Und dabei ein Gefühl selbstbewusster Sicherheit zu erlangen. Um dies zu erreichen, müssen wir zu allererst unser eigenes, optimales Stressniveau ermitteln…“ Sein erstes Stressbuch aber stellte Selye unter das Motto: „Dieses Buch ist all jenen gewidmet, die sich nicht scheuen, den Stress eines ausgefüllten Lebens in vollen Zügen zu genießen, und die nicht so naiv sind anzunehmen, dass dies ohne geistige Bemühung geschehen könne!“

Den Eu-Stress eines ausgefüllten Lebens kann aus meiner Sicht nur wirklich genießen, wer sich an seinem „Kairos“ orientiert. Doch wie finden wir „unser eigenes, optimales Stressniveau?“ Es ist nämlich ständig im Wandel, hat Rhythmus, hängt von Lebensphasen ab, kennt einen Wechsel von Resonanz und Dissonanz, verlangt eine gezielte Aufmerksamkeit, Übung – wie anderswo auch. Selye wusste: Ohne geistige Bemühung geht es nicht. Zugegeben, das stimmt nicht ganz. Man kann auch „arbeiten, bis der Arzt kommt“ (DIE ZEIT vom 8.7.2010, 21.). Burn-out-Kliniken boomen. Die meisten, die dort landen, sind „erfolgreiche Leute, die sich auf einmal fragen, warum sie sich das angetan haben: den Druck, den Stress, das entmutigende Gefühl, zu rennen und sich doch keinem Ziel zu nähern.“ (Ebd.)

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