Schlagwort-Archiv: Hermann Hesse

Kairos-Gedanke: Furcht ja, Angst nein!

Der Kairos-Gedanke: Furcht ja, Angst nein! kam jüngst beim Lesen von Hermann Hesses Satz: „Man hat keine Angst, wenn man mit sich selber einig ist.“ Mir scheint es wichtig, diesen Satz etwas genauer zu bedenken. Manchmal kommt es knüppeldick. Ein langjähriger Großkunde kündigt. Die Nachfrage bricht ein. Eine Mitarbeiterin will gehen. Der Partner verhält sich seltsam. Angst steigt in mir auf. Und mit dieser Angst bin umso mehr konfrontiert, als ich mein Leben von dem abhängig mache, was von außen abhängig ist. Ich liefere mich aus – an die Bewahrung intakter Beziehungen, an Kunden und Klienten, an gesellschaftliche Stürme, an Vorstellungen von Gesundheit, Erfolg, Glück.

Solche Angst ist zu unterscheiden von dem, was wir „Furcht“ nennen. Wo ich vernünftigerweise vorsorgen kann, um mich vor Schaden zu bewahren, habe ich das auch zu tun. Es ist sinnvoll, für bestimmte Ereignisse wie Autoreparatur oder Büroerneuerung etwas Geld zurückzustellen. Es ist sinnvoll, bei Abwesenheit die Haustür zuzusperren und auf das „Schau, trau, wem“ zu achten.

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Vom Mut zu meditieren

Vom Mut zu meditieren. Heute habe ich eine ganz besondere Mut-Mach-Geschichte für Sie,
meine Geschichte von der „vergessenen Meditation“. Es gibt so viel zu tun gleich im Neuen Jahr. Die Ziele sind hoch gesteckt, die Begeisterung ist da, das TUN hat begonnen und nimmt viel Raum ein. An einem Nachmittag der letzten Woche, als sich eine leichte und völlig ungeplante Müdigkeit breit machen wollte, ergriff ich ein Buch. „Okay,  eine kurze Pause sei gegönnt, aber dann … Es ist schließlich noch … „ Ich schlug das Buch einfach so auf und las: Zitat: “Je mehr wir von uns ver- langen, oder je mehr unsere jeweilige Aufgabe von uns verlangt, desto mehr sind wir auf die Kraftquelle der Meditation angewiesen, auf die immer erneute Versöhnung von Geist und Seele. Und – ich wüsste noch manche Beispiele dafür – je intensiver eine Aufgabe uns in Anspruch nimmt, uns bald erregt und steigert, bald ermüdet und niederdrückt, desto leichter kann es geschehen, dass wir diese Quelle vernachlässigen.

Die wirklich großen Männer der Weltgeschichte haben alle entweder zu meditieren verstanden oder doch unbewusst den Weg dorthin gekannt, wohin Meditation uns führt. Die anderen, auch die begabtesten und kräftigsten, sind alle am Ende gescheitert und unterlegen, weil ihre Aufgabe oder ihr ehrgeiziger Traum so von ihnen Besitz ergriff, sie so besaß, dass sie die Fähigkeit verloren, sich immer wieder vom Aktuellen zu lösen und zu distanzieren. Nun, Du weißt dies ja, man lernt es schon bei den ersten Übungen. Es ist unerbittlich wahr. Wie unerbittlich wahr es ist, sieht man erst, wenn man den Weg einmal verloren hat.“ Zitat Ende
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