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Goethe ein Kairos-Unternehmer

Goethe ein Kairos-Unternehmer. Wie kommt jetzt diese Frau dazu, so etwas zu behaupten, werden Sie möglicherweise denken. Nun das kam so: Der Goethe-Kenner und –Liebhaber Dr. Karl Hofmann, Inhaber des Kairologischen Instituts in Neusäß (bei Augsburg) fragte mich in einem Gespräch, ob ich ganz zufällig den Faust I im Schrank habe. Ja, hatte ich. Ob ich denn auch ganz zufällig das „Vorspiel auf dem Theater“ kenne. Kennen? Sagen wir, ich erinnerte mich vage. Ob ich denn wisse, dass Goethe in dem Vorspiel mit den drei Personen Dichter, Theaterdirektor und lustige Person sich selbst beschreibe, und zwar sich selbst als Kairos-Unternehmer:

Sich selbst als den Dichter, der für sein „Produkt“ Dichtkunst verantwortlich war. Zitat: „Oft wenn es erst durch Jahre durchgedrungen, erscheint es in vollendeter Gestalt.“ Sich selbst als die lustige Person, die für die „Kundenbeziehung“ Theaterbesucher verantwortlich war. Zitat: „Gesetzt, dass ich von Nachwelt reden wollte, wer machte denn der Mitwelt Spaß?“ Sich selbst als den Theaterdirektor, der für die “unternehmerischen Belange“ verantwortlich war. Zitat: „Die Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn. Indes Ihr Komplimente wechselt, kann etwas Nützliches geschehn. … Was heute nicht geschieht, ist morgen nicht getan. Und keinen Tag soll man verpassen; das Mögliche soll der Entschluss beherzt sogleich beim „Schopfe fassen“.
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