Kairos-Leittext über Ziele, Vertrauen und Loslassen

Der Kairos-Leittext über Ziele, Vertrauen und Loslassen beschreibt: So kann’s gehen. Noch sehr gut erinnere ich die Startphase meines ersten Unternehmens vor etwa 17 Jahren. Gut vorbereitet mit allen Zahlen, Daten, Fakten machte ich mich – wie gelernt – daran, Fünf-Jahresziele, Jahresziele, Monatsziele und Wochenziele zu formulieren. Bezogen auf meine Wunschkunden, auf lang-fristige Wunschverträge, auf Wunschaufträge. … Ja, ja, ich weiß. Da bin ich schon sehr akribisch. Was ich mir vorgenommen habe, wird auch gemacht. Die strenge Schule meines Vaters. Mein Unternehmen lief gut an. Ich hatte schnell viel zu tun. Und so manches Mal war wurde mir das Beobachten meiner „Ziele“ einfach zu viel. Nach dem ersten Jahr – so lange habe ich tatsächlich gebraucht – machte ich eine ulkige Beobachtung:

Viele tolle Kunden arbeiteten mit uns zusammen, allerdings ganz andere als „gedacht“. Langfristige Verträge gab es überhaupt keine. Gute Aufträge, die ich mir nie hätte ausdenken können, waren reichlich vorhanden und … mündliche Zusagen zur langen Zusammenarbeit. Mmmmh!? Meine Wunschkunden, Wunschverträge und Wunschaufträge standen immer noch in meinem Wochen-kalender. Ich entschied: „Das lass ich mal sein mit dieser wöchentlichen Aufschreiberei. Ich mach einfach weiter, was ich gut kann und mir Spaß macht, gebe immer mein Bestes. Und vertraue darauf, dass zu mir kommt, was zu mir gehört. Fertig. Und schaue nur noch mal ab und zu nach, was ich mir so notiert hatte.“ (Zum Wundern!)

Heute, erneut auf die damalige Situation geblickt, sage ich: „Genau das ist es.“ und frage Sie: Tun Sie, was Sie gut können und Ihnen Spaß macht? (Ich meine wirklich TUN und KÖNNEN.) Geben Sie immer (ich meine wirklich IMMER) Ihr Bestes? Und das Wichtigste: Vertrauen Sie und lassen los? Besser noch: Fühlen Sie … wissen Sie … sehen Sie … hören Sie „tief drin“, dass sowieso zu Ihnen kommt, was zu Ihnen gehört? Und merken Sie, wenn’s da ist?

Das ist für mich anders, als „nur“ Ziele zu haben. Mit deren Erreichen ich mich dann möglichst auch noch besser fühlen soll als jetzt. Solche Ziele definieren: „Mein Jetztzustand hat einen Mangel.“ Das „Kommen-Dürfende“ dagegen sagt mir: „Mein Jetztzustand ist der Beste, den ich haben kann. Ich nehme ihn freudig wahr und erwarte vertrauensvoll neue, aufbauende Fülle.“ An der ich meistens auch noch wachsen darf.

Verwirrend mag sein: Mangel- und Füllezustand erfordern stetes Vorwärts-Handeln. Das ist bei Unternehmern eben so. Und beide Zustände erfordern stets Ihr Bestes. Und jetzt? Sollen wir jetzt etwa das Finden und Aufschreiben von Zielen gänzlich sein lassen. Nein, nein. Nur weiter machen. Allerdings … auf den Jetztzustand achten, tief drin nachfühlen, schön vertrauen und loslassen. Und wenn beim Ab-und-zu-Nachschauen vermeintlich gar nichts gekommen ist??? Dann dürfen wir noch mal genauer gucken. Aber das ist ein anderes Thema.

Eine schöne Woche voller Vertrauen im Füllezustand
Gabriela Linne

1. Juni 2011
Kairos-Leittext

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>