Mein menschliches iPhone:

Dr. Karl Hofmann

Dr. Karl Hofmann

Mein menschliches iPhone: Manchmal ist das Selbstverständlichste das Interessanteste, was sich bedenken lässt. Selbstverständlich ist wohl für jeden Unternehmer sein iPhone (oder Smartphone). Das Tolle an so einem Gerät ist, dass es uns die wesentlichen vier modernen Bedürfnisse zu erfüllen ermöglicht. Wir können dadurch individuell tätig werden (apps), Kontakt aufnehmen (telefonieren), mit der Welt gegenwärtig sein (Internet) und uns orientieren (Navigation).

Aber sind das wirklich nur „moderne“ Bedürfnisse? Sind das nicht die ursprünglichsten von uns Menschen überhaupt? Möchte nicht immer schon jeder von uns sich selbst frei entfalten, in echter Beziehung zu anderen sein, die Welt in ihrem Potenzial erfassen und sich im Leben sicher orientieren? Wenn dem so ist, ist dann ein iPhone nur ein technisch konstruiertes Abbild dessen, was jeder von uns als menschliches iPhone braucht – und daher auch als Potenzial hat?
Genau das ist die Auffassung derer, die sich intensiver mit dem Thema Kairos befassen. Kairos ist mehr als eine subjektive Erfahrung von Glück und günstiger Gelegenheit. Kairos ist die Erfahrung unseres menschlichen iPhones. Der Wert eines iPhones liegt nur darin, dass es uns in unterschiedlicher Weise mit der Dynamik unserer Welt in Beziehung sein lässt. Es lässt uns gegenwärtig sein, also auf der „Höhe der Zeit“.

Um das Gleiche geht es im Kairos. Er optimiert für den Menschen seine Selbst-, Resonanz- und Lebensentfaltung und „verortet“ ihn innerhalb der historischen Dynamik so, dass er deren Chancen bewusst nutzen kann. Es kommt für uns darauf an, kairosgemäß zu „schreiben“ oder zu „spielen“, mit anderen in Beziehung zu sein, sich der Welt zu präsentieren bzw. ihre Potenziale zu nützen und seinen Platz in Raum und Zeit einzunehmen.

Wie das iPhone auf dem Gebiet der Kommunikationstechnik den vielen alten  „Geräten“ überlegen ist, die zum Teil immer noch angeboten werden, so ist auch das Kairos-Wissen auf dem Gebiet der menschlichen Lebensführung überlegen. Im Vergleich erweisen sich die alten „Landkarten“ der Lebensorientierung als zu statisch, die Lotsendienste und Motivationstrainings als zu persönlich und beschränkt, die Zeitmanagementkurse als zu rational.

Das menschliche iPhone navigiert jeden zu seinem wahren Lebenserfolg – und nicht bloß zu seinem Ego-Erfolg. Wer sich also an ihm orientiert, hört auf, seine Lebensenergie zu vergeuden oder ungenutzt zu lassen, blind durch seine Lebenszeit zu irren, sich unsicher von Boje zu Boje zu schleppen. Er konzentriert sich vielmehr auf seinen Kairos und dessen schöpferische Kraft. Er positioniert sich klar. Er fängt an, selbst zu „schwimmen“.

Beim nächsten Blick auf das eigene Smartphone könnte ja vielleicht der Gedanke kommen: Und wie sieht es mit meinem ureigenen iPhone aus? Kenne ich mich hier genauso gut aus? Sind die Einstellungen noch aktuell? Benütze ich es überhaupt?

Ihnen allen eine gute Woche, in der Sie auch einmal einen Blick auf Ihr ureigenes iPhone werfen.
Ihr Karl Hofmann

Kairos-Leittext 5. März 2014

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