Ja was denn nun? Ein Sehtest für das eigene Unternehmen.

Christina Broda

Christina Broda

Ein Sehtest für das eigene Unternehmen: Seit mehreren Lenk-Abenden beschäftigen wir uns bei Unternehmen KAIROS mit unserem Unternehmenstraum. Gabriela Linne hat dazu vor einigen Wochen schon etwas geschrieben. Am ersten Abend saßen wir voller Erwartung da, aber auch noch recht ‚selbstgefällig‘: Schließlich wissen wir ja, was wir machen, was wir unseren Kunden anbieten, wofür wir das machen.

Aber dann ging es über das „Ich bin Mediatorin und ich löse Konflikte so, dass meine Kunden wieder miteinander Umgang haben können“ weit hinaus. Die Frage nach der eigenen Fülle, also all dem, was wir als überwiegend Einzelunternehmer mitbringen, war noch relativ leicht zu beantworten. Sind wir als kontinuierliche Kairos-Dauer-Workshop-Teilnehmer doch gut darin geschult auf das Positive in uns und in der Welt zu achten. Daraus abgeleitet die Frage „Was kommt denn als Erstes durch die Tür, wenn ich einem Kunden begegne?“ war schon schwieriger zu beantworten. Was kommt denn da eigentlich durch die Tür? Was kann mein Kunde beim ersten Eindruck von mir und meiner Kompetenz, meinem Wesen, meiner Art ablesen?
Gemeinsam haben wir zusammengetragen, was wir aneinander wahrnehmen, was wir empfinden, wenn die Person zur Tür herein kommt etc. und so haben wir diese Antworten noch sehr gut hinbekommen.  Richtig ans Eingemachte ging es dann bei der Frage nach dem Sinn des eigenen Unternehmens. Welchen Sinn? … Ja, ist doch klar! Ich löse Konflikte… Ach, das ist zu allgemein? Welch tiefer Sinn? … Naja, dadurch bekommen die Menschen Frieden! … Die Gruppe meint, das ist es auch nicht?? Noch zu allgemein? Es ist noch etwas anderes? …   Also, wenn ich mit meiner Arbeit als Mediatorin fertig bin, dann haben die Menschen sich eine Brücke zueinander gebaut, über die sie sich wieder aufeinander zu bewegen können…

Die intensive Diskussion und das heftige Ringen über unseren Unternehmenstraum an sich und die Frage, ob wir in anderen Menschen Träume erzeugen können, möchte ich hier nicht aufschreiben. Sie war für alle Teilnehmenden jedoch extrem fruchtbar und bereichernd. Ich möchte Ihnen mit diesem Beispiel verdeutlichen, wie wichtig ein genaues,   t i e f e s   Hinschauen ist. Nicht nur der schnelle Blick auf etwas „ah ja, ist klar – alles verstanden!“, sondern der wirkliche Blick auf die wahrhaftige Aufgabe, die echte Wirkung, den ureigenen Sinn.

Eine unklare Positionierung, eine unklare Beschreibung dessen, was wir tun – und es hat sich eben im Laufe der Abende herausgestellt, dass wir uns öfter ENDLICH mal gefragt haben „Ja, was mach ich denn eigentlich? – Was will ich denn eigentlich? – Wofür denn eigentlich?“ – ist ein bisschen wie der Anfang beim Sehtest. Die grundsätzliche Aufgabe  ist verstanden, aber erst nach und nach, wenn der Optiker verschiedene Linsen vorgesetzt und weggenommen hat und Sie immer wieder auf die Tafel geschaut haben „Was sehe ich da?“, können Sie irgendwann alles klar sehen: von den größten bis zu den kleinsten Buchstaben und Zeichen. Nur dass es beim Sehtest viel leichter ist, weil sich alles auf einer Ebene abspielt. Der „Sehtest“ für das eigene Unternehmen ist da entschieden vielschichtiger.

Für sich selbst zu wissen, wer, was, wie, warum, wofür man etwas ist, etwas tut oder fühlt und denkt, gibt Klarheit, und Klarheit gibt Kraft. Vor allem können wir dann die Kraft auch bündeln, statt sie wahllos im Nebel stochernd in alle Richtungen zu vergeuden. Diese Klarheit gibt aber auch Bedeutung für mich und für andere! Und damit sind wir wieder beim Kairos, denn Kairos ist Bedeutung. Und ein Unternehmer, der seinem Kairos folgt, mit einer Klarheit und Bewusstheit, die er damit gewinnt – und ausstrahlt! – wirkt auf seine Kunden weitaus anziehender.

Wir sind noch nicht fertig mit der Bearbeitung all der Fragen zu unserem Unternehmenstraum. Darum setzen wir die Workshop-Reihe auch fort.  Aber die bislang mit viel Freude erarbeiteten Ergebnisse sind schon jetzt ein großer Gewinn für uns alle. Es entstanden daraus neue Positionierungen, neue Claims, neue Unternehmensideen und für jeden Teilnehmer viele wertvolle Erkenntnisse.

Die Frage: „Ja, was denn nun?“ können wir nun viel genauer und bewusster, aus unserer Fülle heraus und kairosgemäß beantworten. Was für ein Geschenk! Vielleicht haben Sie ja auch Freude daran, einmal tiefer hinzuschauen, wer oder was Sie unter dem Offensichtlichen sind. Ich bin überzeugt, Sie werden wundervolle Entdeckungen machen!

Herzlich
Christina Broda

26. Februar 2014
Kairos-Leittext

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