Eine Katastrophe ein Kairos?

Eine Katastrophe ein Kairos. Kann das sein? Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie Sie bisher eine Katastrophe angepackt, bewältigt haben? Doch hätten Sie jemals in Erwägung gezogen, auf diese Frage zu antworten: „Der beste Weg ist, sie als Kairos zu erkennen.“ Genau diesen Gedanken möchte ich heute gerne mit Ihnen erörtern. Doch zuerst zu den üblichen, auch mir und meinem Bekanntenkreis vertrauten Wegen.

Der erste Lösungsweg: Ich erkenne sie als Wirkung einer oder vieler Ursachen. Die Ursachen suche ich entweder in der Zeit (weil früher, deshalb…) oder zeitlos (weil jenes falsch lief, deshalb …). Der zweite Lösungsweg: Ich relativere die konkrete Realität selbst. Sie ist ohnehin nur mehr oder weniger gutes Abbild des Eigentlichen, einer zeitlosen Welt des „Geistes“ (Platonismus). Alle Lösung und Bewältigung liegt irgendwie im Transzendenten – als Erleben (Meditation), als Gesetzmäßigkeiten (Astrologie/Numerologie usf.) Nun zu einem neuen dritten Weg:

Er verbindet für mich den ersten und zweiten auf einer neuen Ebene. Ich sehe die Lösung „im Kairos“. Ein  Kairos-bewusster Mensch erkennt oder erlebt oder erfühlt die katastrophische Situation in seinem realen Hier und Jetzt als Potenzial. Einem Potenzial, das aus allem hervorgeht. Der Mensch ist weder bloß geistig noch nur zeitlich in der Entfaltung. Alles, was der Mensch IST,
entsteht immer gemeinschaftlich aus „Geist und Leib“, aus Mustern und Schwingungen (evolutiven Schwingungen). Diese Einheit finden wir in vielen Dimensionen. Und jede Situation steht immer zu allem in Beziehung. Klingt kompliziert?

Jetzt noch einmal etwas „praktischer“ formuliert: Solange ich eine schreckliche Situation nur mit einer Dimension und meinen Vorstellungen davon identifiziere, bricht mir die (vorgestellte) Welt zusammen. Eine schwere Krankheit stellt meine Selbstentfaltung in Frage, ein Beziehungsbruch meine soziale Entfaltung, eine Kündigung meine Kompetenz, ein Crash das gesellschaftliche System. Eine Katastrophe als Kairos erkennen, als den Moment einer „guten Gelegenheit“ sozusagen, heißt für mich, sich der Relation der Situation zum Ganzen bewusst zu werden oder diese zu fühlen.

Anders gesagt: Wenn alles mit allem verbunden ist, dann kann ich stets die Ebene wechseln. Was auf der einen Ebene zerbricht, eröffnet Neues auf einer anderen oder gründet darin. Oft entdecke ich erst durch Katastrophen die anderen – größere oder kleinere – Dimensionen meines Lebenserfolgs und Lebensglücks. Fällt der Lieblingssender oder gar die Frequenz aus, so erkenne ich, dass es noch ganz andere gibt.

Wie gefällt Ihnen die Aussicht, eine Gelassenheit zu gewinnen, die jedes wissenschaftliche oder sonstige „Heilmittel“ übersteigt? Die in jeder Katastrophe einen Kairos entdeckt.Ihnen allen eine schöne Woche mit vielen „guten Kairos-Gelegenheiten“.

Ihr Karl Hofmann
Kairos-Leittext 16. Februar 2011

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