Über eine intuitive Entscheidung und was sie bewirkte.

Jürgen Hopp

Jürgen Hopp

Dies ist eine wahre Geschichte über eine intuitive Entscheidung und nachhaltige Lebensbeeinflussung: “Eines Tages klingelte es an meiner Tür und ich öffnete. Es stand mir ein junger Mann, ca. 30-35 Jahre alt, gegenüber, der mir vom Sehen bekannt vorkam. Ich dachte: „Okay, da will einer ein Autogramm.“ Doch der Besucher ergriff nach der Begrüßung das Wort und sagte: „Warte bitte, es geht nicht um ein Autogramm. Ich bin ein Nachbar. Ich wohne da vorne und brauche bis morgen 7.000 Pfund. Wenn mir einer hier aus der Gegend helfen kann, dann DU!“

„Schöne Scheiße!“, dachte ich, „jetzt kann ich machen, was ich will – es ist auf jeden Fall eine blöde Situation. Gebe ich ihm das Geld, stehen hier morgen 100 weitere Leute, weil der doofe Celebrity ja Geld verteilt. Gebe ich es ihm nicht, so stehen hier morgen 100 Paparazzis und zerfleischen mich in der Yellow Press.“ Intuitiv musste ich nun aus dem Bauch eine Entscheidung treffen. Ich hatte in der Tat soviel Geld zu Hause. Also gab ich es dem Hilfesuchenden mit dem doofen Bauchgefühl: „Was machst Du da eigentlich?“

Der Nachbar bedankte sich und meinte, er gäbe es mir zurück, sobald er kann. Ich verabschiedete mich von ihm – und innerlich irgendwie auch von dem Geld. Name und Adresse hatte ich gar nicht notiert, was hatte ich getan? Jetzt konnte ich nicht mal zur Polizei, wenn ich es mir anders überlegte, um ihn anzuzeigen. Die Sache ging mir zunächst nicht aus dem Kopf. Kommt er nächste Woche? Kommt er nächsten Monat? Aber natürlich kam er nicht. Nach ca. einem Vierteljahr fiel mir auf: Ich hatte das Geld innerlich bereits abgeschrieben. Nach einem Jahr war die Sache gedanklich weit weg. Meine Tourneen und Platten lenkten mich ab, brauchten meine volle Konzentration.

Zwei Jahre später klingelte es wieder an meiner Tür und ein Mann, den ich nicht erkannte, grüßte freudig und meinte: „Hier – Deine 7000 Pfund, hier hast Du sie zurück, es ist alles da, ich habe zweimal nachgezählt, zähle selbst nach!“ Schlagartig kam mir wieder die Situation von vor zwei Jahren wieder in den Sinn. Ich hatte den Mann zunächst nicht mehr erkannt, er sah etwas anders aus, wohnte wohl auch nicht mehr hier. Verdattert nahm ich das Geld sagte „Danke! Damit hatte ich eigentlich schon gar nicht mehr gerechnet!“ Er sagte noch ein paar lobende Worte in meine Richtung, wie großzügig das doch von mir war und ging.

Welch ein einschneidendes Erlebnis in meinem Leben. Welch ein respektvolles Verhalten mir gegenüber. Viele werden denken: „Ach die 7.000 Pfund hätten den Herrn Superstar doch jetzt nicht arm gemacht!“ Und das stimmt sogar. Aber darum geht es nicht. Für einen anderen sind es 70 Pfund, für einen Teenager 7 Pfund. Weil der Mann mir das Geld wiedergab, kann ich mir heute vorstellen, wieder so zu handeln. Mit Respekt vor Eigentum und Besitz und Leistung anderen gegenüber – unabhängig von der Summe – bringt uns weiter. Heute find ich es so klasse, diesem Herrn in Not geholfen zu haben. Und er wird sich gut fühlen, einem „Wem auch immer“ (in diesem Fall einem reichen Popstar) nichts mehr zu schulden und sein Versprechen eingelöst zu haben. Dieser Mann kann von sich behaupten, dass er Charakter hat. Und ich bin von ihm begeistert.

Nun, was denken Sie: welcher Prominente hat diese Story zum Besten gegeben? Es war vor über 10 Jahren der Trommler und Sänger der Band Genesis Phil Collins. Mit diesem für mich beeindruckenden Beispiel einer intuitiven Entscheidung, die ein Leben beeinflusst hat, wünsche ich Ihnen allen ein glückliches 2014!

Respektvolle, herzliche, liebe Grüße
Ihr Jürgen Hopp

1. Januar 2014
Kairos-Leittext

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