Weihnachten: Ein Fest, das jeden betrifft.

Weihnachtsvöglein_AusschnittWeihnachten ist ein Fest, das jeden betrifft. Wer es ignoriert, nimmt bewusst Abstand. Wer flieht, erkennt gerade in dieser Abwehr, wie sehr er damit zu tun hat. Wer es mit Aktivismus zudeckt, zieht die Schale vor, statt zum Kern vorzudringen. Was aber ist der Kern?

Weihnachten ist so alt wie das Wissen der Menschen um die Wintersonnen- wende. Erst seit dem Mittelalter ist es auch ein bedeutendes christliches Fest. Zwar soll schon Kaiser Konstantin den Tag des Jupiters in das Fest der Geburt Christi umgewandelt haben, aber die Ostkirche feiert bis heute nicht Weihnachten, sondern die „Erscheinung des Herrn“ am 6. Januar. Erst das Mittelalter also hat das Fest der Sonne umgetauft in die Feier der Geburt einer Person, eines Kindes, des Jesus- kindes. Eine größtmögliche Spannung wird erzeugt. Man redet vom Erlöser, vom König der Könige und zeigt als Zeichen ein Kind, wie es millionenfach täglich geboren wird. Welche Botschaft soll so verkündet werden? Ich glaube, eine dreifache:


1) Jeder Mensch hat unendlichen Wert. Denn irgendwie ist das Kleinste mit dem Größten, das Bedrohteste mit dem ewigen Sinn in wesentlicher Beziehung. Es fällt heute vielen sehr schwer, dies zu glauben. Was ein ewiger Sinn sein soll, ist nicht mehr nachvollziehbar. Was für den einzelnen sinnvoll ist, bleibt vergänglich. Viele empfinden ihr Leben vielleicht als interessant, angenehm oder erfolgreich, aber selten als grundsätzlich bedeutungsvoll.

Mit Recht, so scheint es. Denn wie kann ein Leben bedeutungsvoll sein, wenn nicht alles bedeutungsvoll ist?  Das aber ist nur möglich, wenn alles mit allem irgendwie in Beziehung ist – und zwar in wesentlicher. Noch so viele Kairos-Momente ergeben keinen Kairos, wenn dieses In-Beziehung-sein nicht der Fall ist. Und daher lauert unter der Oberfläche vielfältigen Glücks und Lebenserfolgs die Gefahr der Sinnlosigkeit. Es sei denn, alles wäre mit allem in Beziehung. Und genau das feiern wir an Weihnachten.

2) Jeder Mensch hat einen Auftrag, einen Stern. Er soll den Weg seiner Berufung gehen. Er hat als Kind und Jugendlicher auf diesem Weg zu sammeln, was er an Fähigkeiten und Kräften dafür braucht. Es geht darum, in welchem Gewand auch immer, den Auftrag der eigenen Entfaltung auszuführen.

3) Wir brauchen einander für diese Aufträge. Wir alle müssen ein Stück getragen werden. Und jeder hat am Ende eines Jahres Anlass, jemandem dafür zu danken.

Kairos – Entfaltung – Miteinander.

Möge Weihnachten Ihnen auch einen Moment der Besinnung bieten.
Das wünscht Ihnen allen von Herzen Karl Hofmann

18. Dezember 2013Kairos-Leittext

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