Wie Ihr Unternehmen eine bekannte Marke wird:

Träumen Sie davon, dass aus Ihrem Unternehmen eine bekannte Marke wird? Wenn ja, dann lohnt es sich einen Blick auf Menschen zu werfen, die so etwas geschafft haben: eine Hommage an einen großen Unternehmer. Als ich das erste Mal von Hans Riegel las, hatte ich gerade meine kaufmännische Ausbildung in einem mittelständischen Unternehmen begonnen. Was mich besonders verwunderte und mir dauerhaft in Erinnerung blieb, war folgendes: Hans Riegel, Chef eines Weltkonzerns, über 70 Jahre alt, verteilt jeden Tag die Eingangspost persönlich an seine Mitarbeiter. Dafür war in meinem Ausbildungsbetrieb die Empfangsdame zuständig. Und die Post wurde auch nur in Fächer verteilt und selten persönlich übergeben. Was treibt jemand an, täglich die Post zu verteilen? Und zwar in einem Alter, in dem andere Multi-Millionäre entweder Ihren Ruhestand auf ihrem Golfplatz oder ihrer Yacht genießen. Schauen wir uns diesen Unternehmer einmal genauer an:

Hans Riegel baute gemeinsam mit seinem Bruder das vom Vater (Hans Riegel senior) gegründete Unternehmen nach dem Krieg wieder auf. Werte wie Fleiß und Verantwortung, Hartnäckigkeit und Geschäftssinn wurden ihm nachgesagt. 67 Jahre stand er an der Spitze des Unternehmens. Aus einem Betrieb mit 30 Angestellten wurde ein Weltkonzern mit 6.000 Mitarbeitern. Die Produkte des Unternehmens werden heute in 110 Ländern konsumiert. Haben Sie schon erraten, um welches Unternehmen es geht?

Hans Riegel Bonn oder kurz Haribo steht vor allem für Kontinuität. Während andere Süßwarenhersteller neumodischen Trends hinterher und sich dabei verrannten, war Hans Riegel stets darauf bedacht, dass alles was funktionierte, auch bestehen blieb. Den schon vom Vater geprägten Werbeslogan „Haribo macht Kinder froh“, ergänzte er lediglich durch das disruptive Element „und Erwachsene ebenso“. Rezepturen gingen dann in Serie, wenn Sie dem Chef schmeckten. Denn hinter der Haut des knallharten Unternehmers versteckte sich wohl ein Kind, welches gerne Goldbären vom Band naschte, sich an Produktnamen wie „Arsch mit Ohren“ erfreute und sich von der „Sendung mit der Maus“ inspirieren ließ. Kurz: Egal wie alt er war, ist er doch immer emotional mit seiner Zielgruppe („Kinder“) verbunden geblieben.

Auch zum Thema Geld kann man von Hans Riegel einiges lernen: Als die örtliche Sparkasse vor vielen Jahren einmal Zuckersäcke auf dem Werksgelände pfänden wollte, weil sich eine Kreditzahlung um wenige Tage verspätete, schwor sich Hans Riegel, nur noch mit eigenem Geld zu wachsen. Daran hielt er zeitlebens fest: Als 2008 der Star-Investor Warren Buffet anklopfte, ließ er ihn abblitzen. Sein Vermögen fließt nach seinem verfügten Willen in eine Privatstiftung, die für den Fortbestand von Haribo als Familienfirma wirken soll. Er selbst sagte: „Geld war nie meine Motivation. Ich weiß nicht einmal, wann ich meine erste Million zusammen hatte.

Seine Passion war seine Arbeit. Sie war für ihn nicht nur Lebenswerk, sondern auch Jungbrunnen. Seinem Spruch „Wer früher in Rente geht, wird schneller alt“ ist er bis wenige Wochen vor seinem Tod treu geblieben. Mit 90 Jahren war er noch regelmäßig im Büro. Hans Riegel verstarb am 15. Oktober 2013. Er hinterlässt der nächsten Generation ein gesundes Unternehmen. Und uns Unternehmern eine Inspiration, wie man Unternehmertum verstehen kann. An die wir uns sicherlich noch beim Genuss vieler Goldbären erinnern.

Herzliche Grüße
Joachim Trott

6. November 2013
Kairos-Leittext

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