Wegkreuzungen

Wegkreuzungen: Mein Neffe sagt dazu immer, er hat sich etwas “um-überlegt”, wenn er meint, er hätte sich anders entschieden. Und wenn wir unsere Tage Revue passieren lassen, stellen wir fest, wie oft wir uns kurzerhand etwas „um-überlegen“ mussten oder wollten. Wie oft kommen wir im Leben an eine Kreuzung und müssen uns überlegen, wohin wir abbiegen wollen. Der Weg zum Bäcker ist meist ziemlich klar. Beim Weg zum Kino oder Theater schalten wir dann oft schon unser Navi im Auto ein und lassen uns von der freundlichen Stimme leiten. Doch wie sieht es mit inneren Um-Überlegungen aus? Was, wenn wir an einer inneren Wegkreuzung stehen?

John Lennon hat mal gesagt: „Leben ist das, was passiert, während wir andere Pläne schmieden“. Unser Leben ist eine große Anhäufung von Wegkreuzungen, kleinen und großen, unwichtigen und bedeutenden. Gabriela Linne schreibt inzwischen fast täglich von unserem inneren Navi, von der freien Wahl, es anzuschalten oder auch nicht. Diejenigen, die erfahren haben, wie gut es tut, auf das innere Navi zu hören, vertrauen inzwischen darauf und haben es fast immer eingeschaltet. Diejenigen, die das für Humbug halten, lassen es aus und fahren stattdessen vielleicht ein paar Mal in die Irre, bis sie ihr Ziel erreichen. Beides ist legitim, der letztere Weg verbraucht halt mehr Ressourcen, beschert einem andererseits vielleicht auch ein paar mehr Lebenserfahrungen.

Doch ob mit oder ohne Navi, eines ist fix: wir müssen uns für einen Weg entscheiden. Dabei ist es egal, ob er klar und deutlich vor uns liegt oder ob er im Nebel verborgen ist. Wir müssen in eine Richtung weiter. Stehen bleiben kann keiner, es sei denn, er möchte sein Leben beenden und auf diesem Punkt verharren. In Facebook kam neulich von einem nicht genannten Verfasser ein treffender Spruch vorbei, der da lautet: „Manchmal beschließt unser Leben einen Weg, den wir nie gehen wollten und der erschließt sich dann als der beste Weg, den wir jemals eingeschlagen haben.“ Das nennt man dann wohl „Navi pur!“.

Der Verstand belügt uns oft an den Wegkreuzungen. Er findet etwas ‚vernünftig‘ oder ‚profitabel‘, etwas könnte uns ‚zum Vorteil sein‘ und uns ‚voran bringen‘. Doch schaut er nie darauf, ob es uns in unserem tiefsten Innern wirklich glücklich macht, ob es uns erfüllt, ob es die Bedeutung hat, die unser Leben wirklich WERTvoll macht. Doch die kleine, leise – oftmals gern überhörte – Stimme in uns drinnen, die mit der direkten Anbindung an unsere Seele, die mit den sensiblen Ohren, die jede Nuance an Zwischentönen hört, die weiß, wo es langgeht: Sie verschafft dem Navi in uns Gehör – und wie gesagt, wenn wir dem Navi vertrauen, sind uns alle Wegkreuzungen gleich gut.

Ich wünsche Ihnen ein stets gut funktionierendes Navi, das sie zuverlässig über alle Wegkreuzungen an wunderschöne Ziele führt. Kommen Sie gut und heiter durch Ihr Leben!

Mit herzlichen Grüßen
Christina Broda

30. Oktober 2013
Kairos-Leittext

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