Kairos-Leittext: Die Qual der Wahl 2013.

Die Qual der Wahl 2013. Heute waren auch Unternehmer nur Wähler. Dann ist jeder von uns Teil eines dreifachen Kairos-Tests, der sich auf unser historisches Hier und Jetzt bezieht.

Der erste Kairos-Test gilt dem Bewusstsein von uns Wählern. Haben die Parteien die richtigen Themen gewählt? Haben sie einen Sinn für das, was das Volk im Hier und Jetzt als bedeutsam empfindet? Bieten Sie das Produkt an, das die Menschen haben wollen?

Der zweite Kairos-Test gilt den Personen. Haben die Parteien die richtigen Leute an die Spitze gestellt? Können sie mit uns in Resonanz gehen? Erwecken sie den Eindruck, ihnen, ihrer Klugheit, Gerechtigkeit, Verlässlichkeit vertrauen zu können?

Der dritte Kairos-Test gilt der Demokratie als Existenzform unseres Staates. Sind die Leute in ausreichendem Maße dafür zu motivieren, zur Wahl zu gehen? Wie stark ist das Gemeinwesen noch? Wie sehr steht auch die jüngere Generation dazu?

Gemäß diesem dreistufigen Testverfahren wird die Wahl auch medial vorbereitet und durchgeführt. Die Programme sind längst hin- und hergewälzt, diskutiert, kritisiert worden. Inzwischen haben wir auch die personale Verdichtung dieser Komplexitäten in den sogenannten Spitzenkandidaten hinter uns. Nun bleibt noch der dritte Schritt. Die Wähler zum Wählen motivieren. Es ist herauszustellen, dass noch nichts entschieden ist, dass es auf jede Wählerstimme ankommt, dass alle Parteimitglieder und Kandidaten bis zum letzten Tag zu kämpfen hatten. Natürlich bestimmen wir Wähler in unserem System in keiner Weise, was später getan wird und wer uns tatsächlich regieren wird. Darauf kommt es also nicht primär an. Nehmen wir es also nicht für zu wichtig, was wir wünschen oder wen wir mögen. Wichtig ist, dass wir zur Wahl gehen. Die Menge der Tropfen zeigt an, wie groß die Welle der Demokratie noch ist, auf der die Politiker surfen wollen und sollen.

Das mag alles ironisch klingen. Ist aber kairologisch ernst gemeint. Hier geht es um eine Dimension unseres Kairos, die uns nur alle „heiligen Zeiten“ bewusst wird. Jeder von uns hat seinen, wenn auch winzigen, so doch notwendigen Anteil am größeren historischen Ganzen. Und den durften wir heute bewusst in Anspruch nehmen.

Dr. Karl Hofmann
Kairos-Leittext

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