Gefühle! Gefühle???

Gefühle! Gefühle??? Was mache ich nur damit? Alle reden von Gefühlen oder auch – Unternehmer gemäß – von Emotionen. Das Thema beschäftigt; wie wir in unserer virtuellen Kairos-Gruppe zu dem Thema „Gestern Abend“ nachlesen können. Mich beschäftigen „Gefühle“ schon seit Jahrzehnten. Auch beruflich. Nur schlauer, wirklich schlauer bin ich noch nicht. Klar, ich weiß, ich soll immer schön gelassen – modern gesprochen „cool“ sein. Das ist besser fürs Herz, für die Nerven. Weniger Stress ist sinnvoll – heißt es. Dazu habe ich auch schon jede Menge Strategien ausprobiert, zum Beispiel:

Joggen: Ich lief, was das Zeug hielt, war so erschöpft, okay in dem Moment blieb mir die Puste zum Ärgern weg. Brüllen: Au ja, dass kann ich, das befreit. … Oder: Im stillen Kämmerlein in mich gehen, das hat auch schon funktioniert.

Nur das letzte Quentchen Glücklichsein mit meinen „Gefühlen“ oder besser „Gefühlsausbrüchen“ fehlt mir noch. Denn da ist immer das schlechte Gewissen: „Musstest Du schon wieder über das Ziel hinaus schießen? … Oder, musste ich mich mal wieder gehen lassen? … Warum hab ich nur meine Klappe nicht gehalten?“ usw. … Mmmmh, und nun fällt mir auf: Ich rede hier ja nur über „negative“ Gefühle. Augenblick, stimmt, das ist es auch, was mich beschäftigt. Ich glaube, ich finde es „unanständig“ mich zu ärgern. Jetzt mal bitte genauer hinschauen. Was steht denn im Brockhaus zu dem Thema: „Gefühl, Emotion: Grundphänomene, die im Erleben eine Rolle spielen und daher jedermann bekannt sind, sich unmittelbarer Erfassung jedoch meist entziehen …“ Jetzt ist alles klar: Jeder kennt sie, aber keiner weiß genau damit was anzufangen. NA, das wusste ich auch schon vorher.

Liebe Leser, sollten Sie an dieser Stelle vor lauter „Gefühlsduselei“ leicht konfus sein, so seien Sie beruhigt. Ich fand eine Antwort an ganz hoher Stelle. Hier eine Begebenheit vom Dalai Lama:
Die Fahrerin des Dalai Lama öffnete diesem eines Tages die Autotür. Als er ausstieg, schaute er ihr sanft in die Augen. Er fragte: „Wollen sie mich etwas fragen?“ Sie flüsterte: „Ja, aber wir dürfen nicht mit ihnen sprechen.“ Er antwortete liebenswürdig: „Aber sie können mir eine Frage stellen, die sie auf dem Herzen haben.“ Dann fragte sie: „Werden sie jemals ärgerlich?“ Der Dalai Lama gluckste leise in sich hinein und sagte: „Natürlich. Ich bin doch ein Mensch. Ich ärgere mich nur nie lange.“

Jetzt weiß ich, was ich mit meinen Gefühlen in Zukunft mache: Ich akzeptiere sie so, wie sie sind. Alle. Alle sind erlaubt, auch die ärgerlichen, aber nur kurz. Die schönen etwas länger. Das gefällt mir. Nun kann ich mich wieder guten Gewissens meinen Lebens-Strategien zuwenden in dem Wissen, GEFÜHLE sind MENSCHLICH und Ausdruck meines ureigenen Wesens. Na denn …

Eine schöne gefühlvolle Woche
Ihre Anke Bohl

Kairos-Leittext 27. Oktober 2010

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