Liebe beim Tun

Liebe beim Tun. Bei jeder Arbeit? Wir sprechen so oft über beeindruckende Visionäre und über ihre „Liebe beim TUN“. Über ihre anhaltende Begeisterung und was sie in ihnen bewirkt und damit möglich gemacht hat. Wir sprechen so oft darüber, was diese Berühmtheiten mit ihrer unerschöpf-lichen Energie aus der „Liebe beim TUN“ so alles bewirkt haben. In Gesichtern ist beim Hören der großartigen Geschichten dann manchmal zu sehen: „Ach, wenn ich doch auch nur … bei meiner Arbeit … und ich muss doch schließlich so viele Dinge erledigen, die mir unangenehm sind …“ Heute erzähle ich Ihnen eine kleine Geschichte. Eine kleine Geschichteüber eine kleine stille Liebe beim TUN, die mich vor Jahren sehr nachdenklich gemacht hat:
In meiner Agentur hatte ich eine junge freundliche Frau angestellt, die dreimal in der Woche unsere Büroräume putzte, wischte, die Blumen goss … Sie hatte ein ruhiges Wesen, nur die „Höllenmaschine“ (so nannte ich spaßeshalber immer den Staubsauger) machte Lärm,  wenn sie da war. Alles war prima. Wir hatten sie gern. Eines Tages fehlte sie plötzlich. Ihr Mann, der in der Ukraine lebte, war erkrankt und brauchte sie. Sie hinterließ einen unscheinbaren Zettel mit der Nachricht darüber und dem Hinweis, dass eine gute Bekannte die Arbeit gerne übernehmen würde. Solange sie weg sei. Das fand ich klasse, alles war sofort wieder geregelt.

Im Laufe der drei Monate, in denen „unsere Perle“ fehlte, spürten wir trotz der großen Mühe, die sich ihre Bekannte gab, feine, kleine Unterschiede. Von außen betrachtet sah alles aus wie immer. Es gab keinen Grund, irgend etwas zu sagen, anders haben zu wollen. Und dennoch … Dann – nach drei Monaten – war sie wieder da, machte ihre Arbeit wie gewohnt. Und da war wieder dieses besondere Gefühl. Nach einer Woche sprach ich sie darauf an. „Ich bin wirklich doppelt froh, dass Sie wieder da sind. Es fühlt sich anders an in den Räumen. Der Unterschied ist für uns deutlich spürbar. Was machen Sie anders, als ihre Bekannte?“ fragte ich. Sie schaute mich an, dachte kurz nach und dann kam die schlichte, fast verschämte Antwort: „Ich liebe putzen.“ … Können Sie sich
vorstellen, wie begehrt diese junge Frau war?

Wie sehr lieben Sie was Sie tun? Ihre Umgebung wird’s wissen.Und wenn’s etwas gibt, was Ihnen schwer fällt – geben Sie’s ab. An Menschen, die genau diese Aufgabe lieben. Und plötzlich haben Sie viel mehr Zeit für Ihre „Liebe beim TUN“. Ihre Kunden werden’s merken. Marsha Sinetar hat in in einem 1989 erschienenen Buch so betitelt: Do What You Love, The Money Will Follow.

Herzliche Grüße und eine Woche voller Aufgaben, die Sie lieben,
Ihre Gabriela Linne

Kairos-Leittext 21. Juli 2010

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