Metalogischer Umgang

Metalogischer Umgang mit unserem Leben oder “Ein kleiner Spezial-Kurs in Wundern“. Erleben Sie auch manchmal kleine Wunder, die sich als Botschaften für Ihr Leben entpuppen? Bevor ich Ihnen heute eine Geschichte dazu erzähle, schauen wir doch erst noch einmal gemeinsam auf den mal eben so hingeschriebenen Begriff „metalogisch“. Und dann zur Sicherheit auch noch auf die Worte wundern/Wunder. Fangen wir an bei logisch oder besser bei der Logik: Die Logik (vom griechischen “logos”: Wort, Rede, Aussage, Behauptung, Vernunft,…) wurde als “Wissenschaft vom richtigen Schließen” von Aristoteles (384-322) begründet.Sie ist die Lehre von den Prinzipien des richtigen oder besser schlüssigen Denkens und Beweisführens. Nun zu meta oder besser zur Meta-Ebene: Sie bezeichnet eine übergeordnete Position, von der aus Situationen, Verhaltens-weisen, Erlebtem mit Abstand betrachtet und analysiert werden können. Als Wunder (griech. thauma) gilt umgangssprachlich ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann, so dass es Verwunderung und Erstaunen auslöst. Okay, ich weiß, bis hierher war’s langweilig. Doch nun kommt die (selbst erlebte, wahre) Geschichte:
An einem schönen Spätsommer-Wochenende im letzten Jahr war ich von einem lieben Freund zum Wandern eingeladen. Ich dachte so: „Ach ja. Mal was anderes. Wandern in der Natur. Ist bestimmt schön. Obwohl: Tanzen liegt mir ja eher. Schon allein die schweren Schuhe … Ach was. Ich jogge
doch auch. Im Park zwar. Aber immerhin. Und Wald mag ich.“ und stimmte fröhlich zu. Mein Freund organisierte alles mit großer Freude. Suchte den Treffpunkt aus. Brachte einen liebevoll gepackten Rucksack Proviant mit (toller Käse, leckeres Brot, Obst, Gemüse, Kräuter, Wasser, Süßes) und los ging’s. Um 09.30 Uhr bei bestem Wetter mit angenehmen Temperaturen. Die Route war klar. Das Ziel: der Große Feldberg.

Während des stillen Laufens dachte ich: „Siehst Du wie schön das ist. Mal ein Ziel zu erwandern. Wer weiß, welche KAIROS-Momente …“ Nach etwa 20 Minuten kamen wir zu einer Waldgaststätte (Fuchstanz). Wir orientierten uns neu und liefen weiter. Immer schön auf der Route zum Großen Feldberg. (Dachte ich!) Nach weiteren etwa 30 Minuten war plötzlich unser Hinweis-zeichen „verschwunden“. Was ein Glück kamen uns Wanderer entgegen, die wir fragten: „Geht’s hier zum Feldberg?“ „Nein, nein. Hier geht’s zum Fuchstanz! Sie müssen zurück und dann …“ Okay wir wunderten uns kurz, liefen dann aber zurück und weiter wie erklärt. Nach einer halben Stunde an einer Weggabelung: wieder kein Hinweiszeichen. Was ein Glück kamen uns Wanderer entgegen, die wir fragten: „Geht’s hier zum Feldberg?“ „Nein, nein. Hier geht’s zum Fuchstanz! Sie müssen zurück und dann …“

Oh je. Wieso das denn, wunderten wir uns erneut. Egal, die sahen wie Profi-Wanderer aus. Weiter ging’s wie erklärt bis zur Mittagszeit. Wieder an einer Weggabelung angekommen, räumten wir erst einmal die Köstlichkeiten aus dem Rucksack … Und dann weiter – frisch gestärkt. Zur Sicherheit fragten wir erneut Wanderer, die uns entgegen kamen: „Geht’s hier zum Feldberg?“ „Nein, nein. Hier geht’s zum Fuchstanz! Sie müssen zurück und dann …“ “Hä?? Wie geht das denn? Langsam wird’s komisch, wunderten wir uns zum ersten Mal ernsthaft über die Touren-Zeichen-Logik.“ Egal, der Nachmittag ist noch lang genug. „Kannst Du noch laufen?“ „Ja, klar. Ich kann doch auch drei Stunden tanzen …“

Irgendwann gegen 15.00 Uhr erschien mir das Zeichen-Wandern richtig unlogisch. Kein Hinweis-schild mehr zum Feldberg war zu finden, kein einziges von den bisher gemerkten Pfeilen, Strichen oder sonst was. Ach, da kommen wieder Wanderer. Wir fragen: „Geht’s hier zum Feldberg?“ „Nein, nein. Hier geht’s zum Fuchstanz! Sie müssen zurück und dann …“ Beide blieben wir wie angewurzelt stehen und dachten nach. Wo ist die logische Erkenntnis. Keiner von uns bewegte sich auch nur einen Schritt. Und dann: der KAIROS-Moment. Die metalogische Erkennntnis. Mit einer klaren Wunder-Botschaft für mich. Es dauerte ein paar Minuten, bis ich herzhaft lachend wieder Luft holen konnte und sagte: „Okay. Ich habe verstanden. Ich gehe besser wieder tanzen.“

„Wie kommst Du jetzt darauf?“
“Wo laufen wir denn immer wieder hin?“
„Zum Fuchstanz!“
“Eben.“
“Tanz okay. Aber wieso jetzt Fuchstanz.“
“Ganz einfach. Mein Tanzlehrer heißt …“ (Na, was glauben Sie?)
“Kein Wunder.“

Mein lieber Freund hat’s verstanden, dass ich seither aufs Wandern verzichte. Was hätten Sie getan?

Eine wundervolle Zeit
Ihre Gabriela Linne

Kairos-Leittext 24. März 2010

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