Miesepeter-Stimmung? Geh aus mein Herz und suche Freud!

Haben Sie manchmal auch diese Tage, wo alles grau und trüb und dumpf zu sein
scheint? Tage, an denen sich die Sinnfrage besonders laut stellt? Tage, wo nichts
zu flutschen scheint und alles an einem klebt wie eine Klette – am meisten diese
lähmende Miesepeter-Stimmung.

Neulich war wieder so ein Tag. So einer, als der Regen ein bisschen wärmer wurde
und wir dadurch wussten, dass der Winter nun langsam in Sommer übergeht. Ich war
quarkig und kraftlos und hätte mir – wenn ich angekommen wäre – wohl selber in den
Hintern beißen können. (So klar verständlich formuliert man es in meiner Heimatstadt
Hamburg.) Kurz gesagt, ich pflegte meine miese Laune par excellence.

Und während ich das noch ausgiebig tat, schoss mir plötzlich aus dem der Text-Anfang
des bekannten Liedes von Paul Gerhardt durch den Kopf: „Geh aus mein Herz und suche
Freud.“ Mir war, als hätte plötzlich jemand in meinem grau-umnebelten Kopf eine Lampe angezündet.

„Ja, stimmt!“, sagte ich zu mir. „Was sitzt Du da herum und vergeudest den Tag!“ (Ich duze
mich immer, wenn ich mit mir schimpfe.) „Du weißt doch um die Kraft der Gedanken. Also leg
den Schalter um von trübe auf hell und such Dir Freud!“

Sie ahnen, was jetzt kommt: Von der Sekunde an ging es mir besser. Die Körperhaltung
wurde aufrechter, der Blick wurde wacher, die Gedanken heller, und ich fokussierte mich
bewusst auf Freude. Also auf die guten Dinge an diesem Tag: das heitere Frühstück mit
meinem Mann, die dicken Rosenknospen im Garten, die trotz Dauerregen unermüdlich
dem Blühen entgegen streben, das interessante Buch, das ich am Vortag zu lesen
begonnen hatte, die Vorfreude auf die Geburtstagsfeier meiner Freundin. Als sei ich in
einen positiven Strudel geraten, entdeckte ich mehr und mehr Freude, nun, wo ich
meine Aufmerksamkeit erst einmal darauf gelenkt hatte.

Trainer machen im Seminar zur Verdeutlichung der Kraft der Fokussierung gern eine
Übung, bei der die Teilnehmer sich im Raum alles merken sollen, was „blau“ ist. Die Leute
schauen sich um und man sieht förmlich, wie sie sich angestrengt alles Blaue merken.
Und dann fragt der freche Trainer doch tatsächlich: „Und nun sagen Sie mir bitte mal alles,
was in diesem Raum „grün“ ist.“ Betretenes Schweigen folgt in der Regel, denn die Menschen haben sich auf alles Blaue konzentriert. So, dass sie das Grüne gar nicht wahrgenommen
haben.

Genauso ist es mit der Fokussierung auf Ärger und Freude. … Es liegt nur in unserer Hand,
wie unser Tag diesbezüglich verläuft.

Angeregt durch meine innere Stimme und die Suche nach Freude hatte ich auf einmal so
viel Energie in mir, dass ich beherzt den Abwasch erledigte. Und ich kann Ihnen sagen:
Die blitzblanke Küche danach war auch eine Freude!

Ich wünsche Ihnen ein ausgehfreudiges Herz, das Sie unterstützt,
viel Positives in Ihrem Tag zu entdecken – in jedem Tag.
Ihre Christina Broda

12. Juni 2013
Kairos-Leittext

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