Positive Absicht: Ich meine es doch nur gut …

Im Neuro-Linguistischen Programmieren (NLP) ist eine der Grundannahmen: Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht. Und die unterstelle ich auch den Menschen, die mir in ihrer positiven Absicht etwas „Gutes“ tun wollen – auch wenn ich das gar nicht haben möchte.

Wenn ich krank bin zum Beispiel, dann möchte ich einfach nur meine Ruhe haben und mich gesund schlafen. Das habe ich auch meiner Freundin gesagt, die mich dann trotz. dem mindestens zweimal am Tag anruft, um zu fragen, wie es mir geht und ob sie mir was besorgen soll. Wenn ich dann sage, dass ich nichts brauche, steht sie garantiert kurz vor mittags auf der Matte mit einem Töpfchen Suppe: „Damit Du was zu essen hast und nicht zu kochen brauchst“.

Als ich nach einer Operation in der Bewegung erheblich eingeschränkt war, kam mich eine andere Freundin hüten. Sie hat es so gut gemeint mit mir, dass ich mich schon fast entmündigt fühlte. Sie entschied, wann und was wir essen, ob ich eine Wolldecke brauche, rannte immer mit, um mir Türen zu öffnen usw.

Ich war durch solche Erlebnisse sensibilisiert und schaute mich genauer um in meinem Umfeld. Da fiel mir auf, wie schnell die meisten von uns mit Ratschlägen wie „Willst Du nicht doch lieber …?“ oder „Meinst Du nicht, es wäre besser, wenn …?“oder fast schon Anweisungen wie „Du kannst doch nicht ernsthaft …!“ oder „Wieso machst Du das denn nicht? Das wäre doch so gut für Dich!“ bei der Hand sind. Sie kennen es sicherlich selbst, dieses „Nun tu doch …, nun lass doch …, nun mach doch …!“

Alle diese Menschen aus ihrer Sicht „meinen es doch nur gut …“ und ich anerkenne, dass sie sich meinetwegen Gedanken machen. Ich anerkenne ihr Bemühen, mein Leben durch ihre gute Tat verbessern zu wollen. Doch wünsche ich mir neben ihrem unbestritten guten Willen auch, dass sie mich und meine Wünsche respektieren statt mir Ihre Bedürfnisse überzustülpen.

Denn genau betrachtet, brauchen diese Menschen mich, um sich besser zu fühlen: als Helfer, als Ratgeber, als Kümmerer, als Unentbehrliche, als Intimus oder in sonst einer Funktion. Es bedarf daher einer inneren Klarheit dessen, dem geholfen werden soll, um den gut meinenden Helfern eindeutige Grenzen aufzuzeigen, bevor es einen handfesten Konflikt gibt.

Ich gehörte früher auch dazu. Doch einmal dieser Übergriffigkeitbewusst geworden, biete ich nun meine Hilfe weiterhin großzügig an. Ob sie angenommen wird oder nicht, überlasse ich aber dem Gegenüber. Ich dränge mich weder auf, noch stülpe ich jemanden etwas über. Ich bin einfach da – und das wissen die anderen. Wenn sie meine Unterstützung brauchen, sagen sie mir schon Bescheid. Und das meine ich wirklich „richtig“ gut. So leben und lieben wir einfach in Freuden – mit einer uns gemäßen Freiheit „an allen guten und schlechten Tagen“.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nur Gutes für eine freiheitliche Woche
Christina Broda

24. April 2013
Kairos-Leittext

Ein Gedanke zu „Positive Absicht: Ich meine es doch nur gut …

  1. tailoring

    You are so awesome! I do not believe I’ve read through something like that before. So good to discover another person with some unique thoughts on this issue. Seriously.. many thanks for starting this up. This web site is something that’s needed on the internet, someone with a little originality!

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>