Entfaltungs-Hürdenlauf: Warum so viele aufgeben.

Bevor ich mit meinem Unternehmen Lakonikos einen echten Entfaltungs-Hürdenlauf startete, sammelte ich Erfahrungen in einem Empfehlungsmarketing-Netzwerk. Eine der Aufgaben dort ist es, Menschen zu erfolgreichen Empfehlungs-Unternehmer auszubilden. Dafür sind natürlich Entfaltungsschritte nötig.

Beispiel: Wenn ich Schwierigkeiten habe, Menschen auf mein Geschäft anzusprechen, dann ist dies eine Hürde, die es – im Sinne der Entfaltung – zu überwinden gilt. Meine Erfahrung: Viele Menschen wollen einerseits erfolgreich sein und erkennen den Nutzen, wie sich ihr Leben dadurch verändern würde. Haben vielleicht sogar große Ziele. Doch andererseits steigen bei der ersten persönlichen Hürde schon 30% aus, weitere 30% folgen bei der zweiten Hürde usw.

Schon damals habe ich mich gefragt, warum ich so viel Zeit und Geld in die Entfaltung meiner Persönlichkeit stecke, während andere so schnell wieder aufhören. Obwohl deren Wunsch nach einem „erfolgreichen“ Leben genauso groß war wie meiner.

Auch in den bald fünf Jahren, die ich nun im Dauer-Workshop von Unternehmen Kairos bin, habe ich Unternehmer kennen gelernt, die mit voller Kraft auf dem Entfaltungsweg waren. Und plötzlich aus irgendeinem Grund vom Weg abgekommen sind. Die gesagt haben, „Ich will mein altes Leben zurück.“ oder „Das ist mir zu viel Beschäftigung mit meinem Inneren und dann fehlt mir die Zeit, um meine äußeren Aufgaben abzuarbeiten“. Ein interessanter Satz war auch „Ich habe mich innerlich von Kairos entfernt.“ Was ja übersetzt heißt, ich bin von meinem Kairos zurück zum üblichen Chronos (schneller, besser, höher, weiter = Stillstand) gegangen.

Tief im Herzen habe ich das nie verstanden. Und mich gefragt, wie jemand nach einigen bereits erfolgreich genommenen Entfaltungs-Hürden sich plötzlich vor seiner weiteren Entfaltung aus dem Staub macht. Bei der Überwindung einer eigenen Hürde, fand ich auf dieser Seite: Fritz Riemanns “Grundformen der Angst”, die ich wie folgt beschreibe:

Ursache aller Ängste sind vier Grundforderungen, die als Gegensätze auftauchen:
1. Wir sollen ein einmaliges Individuum werden, unser Eigensein bejahen und uns gegen
anderes Eigensein abgrenzen. 2. Contra: Wir sollen uns der Welt, dem Leben und den
anderen Menschen vertrauend öffnen und uns auf sie einlassen.
3. Wir sollen Dauer anstreben, Pläne machen, diese nachhaltig und zielstrebig verwirk-
lichen. 4. Contra: Wir sollen uns wandeln, Veränderungen und Entwicklungen durchmachen, Vertrautes und Gewohntes aufgeben.

Riemann nimmt an, dass sich diese vier Bewegungen als Ängste manifestieren:
• die Angst vor der Selbsthingabe, als Ich-Verlust und Abhängigkeit erlebt
• die Angst vor der Selbstwerdung, als Ungeborgenheit und Isolierung erlebt
• die Angst vor der Wandlung, als Vergänglichkeit und Unsicherheit empfunden
• die Angst vor der Notwendigkeit, als Endgültigkeit und Unfreiheit erlebt

Oh ha. Das sind ja große Entfaltungs-Themen. Aha: Da macht doch bei vielen Menschen unbewusst die Angst vor der Selbstwerdung die Entfaltungs-Tür zu, oder? Oder die Angst
vor der Wandlung? Und wenn wir auf die Resonanz zu Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten etc. schauen vielleicht auch die Angst vor Selbsthingabe oder der Notwendigkeit der Dauer und Endgültigkeit.

Was für ein Glück, dass wir diese Komplexität der „unbewussten Ereignisse“ bei Unternehmen KAIROS Woche für Woche entdecken, anschauen und die EntfaltungsHürden überwinden
lernen dürfen.

Eine angenehme Woche und fröhliches Entfalten wünscht
Joachim Trott

17. April 2013
Kairos-Leittext

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>