Stufen. Mit dem Zauber des Anfangs.

Aschermittwoch. Ende einer Zeit. Mit dem Zauber des Anfangs. Der Tag mit der Farbe Violett. Ich nehme mir eine violette Kaffeetasse aus dem Schrank – sie stand einfach so da – und schaue beim Kaffeetrinken auf die neu gestrichene violette Wand. Stufen von Hermann Hesse kommt mir in den Sinn:

„Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen.
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.“

Zwei Umzüge liegen größtenteils hinter mir. Der geschäftliche ist beinahe vollendet. Bis auf die üblichen Kleinigkeiten, die sich immer so zeigen. Der private ist erst halb vollzogen. Mein Möbel lagern gemütlich und warten geduldig auf das neue Zuhause. Ich auch.

Meine lila Kaffeetasse erinnert mich an die Stufen zu diesem Schritt:
1. Immer mal wieder innehalten. Stimmt noch alles in meinem Leben?
2. Irgendwann kommt die innere Antwort: „Dieses oder jenes fesselt.“
3. Wieso halte ich fest am traulich Eingewohnten?
4. Brauche ich Unterstützung, um dem Erschlaffen zu entrinnen?
5. Ist jetzt der richtige Moment (Kairos), um der Gewöhnung ade zu sagen?
6. Der Abschied. Schmerzlich und gleichzeitig schön.
7. Neue Türen öffnen sich.
8. Der Zauber des Anfangs. Violett.

Nach so vielen Anfängen in meinem Leben weiß ich: „Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen.“

Auf meinem Weg zu mir selbst genieße ich für den Moment die Stufe, die ich gerade erklommen habe. Und bin gespannt, wie es mit den Stufen weitergeht? Kairos-gemäß. Sie auch?

Eine wunderbare Woche auf dem Weg zu sich selbst wünscht Ihnen
von Herzen Ihre Gabriela Linne

13. Februar 2013
Kairos-Leittext

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