Felix Baumgartner und Kairos: Was wäre, wenn …

Zu Felix Baumgartner und Kairos gefragte sagt ein Mann, auf der Straße befragt, sagt zu dem Sprung aus der Stratosphäre: „Toll, das würde ich auch tun.“ Aber das ist eben der Unterschied: Zwischen einer bloßen Absichtserklärung und einer solchen Tat liegt eine Welt – aus unserer Sicht eine Welt verschiedener Dimensionen des Kairos.

Da ist Felix Baumgartner mit seinen 43 ½ Jahren. Was er nun tut, sei schon sein Kindheitstraum gewesen. Mit 28 entscheidet er sich für diesen Weg. Mit 38 hat er die bekannten Mutproben mit dem Fallschirm ausgereizt. Nun entwickelt er sein Programm. Genau eine Generation vor ihm besteigt übrigens ein Reinhold Messner als erster ohne Sauerstoffgerät die höchsten Berge der Welt. Baumgartner will zeigen, dass ein Mensch (ohne den Schutz einer Raumkapsel oder eines Flugzeugs) mit Überschallgeschwindigkeit fliegen kann. Er bereitet sich 5 Jahre systematisch auf diesen einen, letzten Sprung vor, einen Sprung aus 39 Kilometern Höhe – von dem er auch den Rest des Lebens leben will.

Der Mann des Jahrgangs 1969 gehört kairologisch zur letzten (der vierten) Schichtung seines Generationsfeldes. Sein Urmuster ist der „Held“, der seine Haltung (Angst besiegen) in „einmaligen Taten“ für möglichst viele sichtbar zum Ausdruck bringt. Die Botschaft: „Was einer kann, kann im Prinzip jeder.“ Würde daher jeder dieser Schichtung bis zum Äußersten gehen und (auf seinem Gebiet) in souveräner Selbstständigkeit als Held agieren, würde die Summe dieser Helden die maximale gesellschaftliche Kraft aktivieren.

Baumgartner ist kein Intellektueller, aber er spürt etwas, was mehr ist als er sich ausdenken kann, mehr als sein bloßes Leben – nämlich seine Berufung, seinen Kairos. „Es ist nicht Serotonin und der ganze pseudopsychologische Mist, warum ich das mache. Es ist immer eine Idee, die mich nicht loslässt. Ein Ziel und ein Weg dorthin.“ (Wikipedia, Felix Baumgartner v. 15.10.12).

Und da sind viele, die das Ganze tragen. Für die Firma Red Bull, die ihn sponsert (in Resonanz mit seinem Heldentum) repräsentiert seine Tat, durch die er wie eine „Dose“ mit höchster Energie vom Himmel stürzt, die eigene Marke. Auch die Medien springen total darauf an und ein Fernseh-moderator verrät auch ein Motiv dafür: „Eine Ersatzhandlung für die Generation, die die Mond- landung noch nicht miterlebt hat.“ (Augsburger Allgemeine v. 15.10.12, 20).

Nur scheinbar sind wir alle weit davon weg. Denn auch für uns stellen sich ständig neu die Fragen: Welches Urmuster ist in mir zu Hause, in meiner Generation und Schichtung? Welche Aufgabe spüre ich in mir so stark, dass ich bereit bin, mein Leben dafür einzusetzen? Welche Haltung nehme ich dazu ein? Wie konsequent gehe ich meinen Weg? Mit wem gehe ich in Resonanz, um meiner Aufgabe gegen alle Widrigkeiten treu zu bleiben?

Und für uns alle ergeben sich aus einer solchen Handlung die Fragen: Wem dient diese Konsequenz? Welche Wirkung hat diese Art von Heldentum auf die Gesellschaft? Wer hat was davon (außer Baumgartner selbst und der Sponsor)? Und was wäre, wenn jeder das täte, was in ihm/ihr zutiefst angelegt ist? Ein Traum von einer erfüllten Welt?

Eine heldenreiche Woche wünschen Ihnen
Karl Hofmann und Gabriela Linne
(Trainer und Trainerin des menschlichen Kairos)

17. Oktober 2012
Kairos-Leittext

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