Anziehungskraft: Wie viel Prozent geben Sie rein?

Zu dem Gedanken über die Anziehungskraft kam ich nach einem außergewöhnlichen Gespräch mit einem außergewöhnlichen Künstler, dessen Werke zurzeit im Sinclair-Haus Bad Homburg ausgestellt sind. Ich fragte ihn, was er glaube, warum seine Werke eine so hohe Anziehungskraft ausüben? Seine erste Antwort war sinngemäß: „Ich wundere mich selbst über alles, was passiert.“

Zu malen begann er schon als Kind. Und – was ich im Gespräch bemerkte – er bringt sich voll in seine Arbeit ein. Es hörte sich nach 100% an. Ich bekam mit, dass er zwei Jahre lang sehr krank war. Und dass er „ins Leben zurückgeholt wurde“. Erst seit kurzem arbeitet er wieder.

Das genau bewog mich zu dem Gedanken: „Wie viel Prozent sich rein geben sind genau richtig?“ So viel, dass wir quasi unser ganzes Inneres in unser Tun legen? Dabei jedoch immer noch so viel für uns übrig haben, um uns wieder aufladen, regenerieren zu können. Um danach wieder „alles“ rein geben zu können. Und weitere Gedankenfragen kamen dazu: „Ab wie viel Prozent Sich- Einbringen springt wohl der Funke über zu anderen Menschen, geht also in echte Resonanz? Und bewirkt diesen schon oft von mir zitierten „Harry-und-Sally-Effekt“. Kann ich diese Mich-Einbring-Prozentzahl überhaupt variieren? Sozusagen von 10 Prozent auf 98 Prozent hoch- und wieder runterfahren, je nach Bedarf? Ab wie viel Prozent bin ich dann überhaupt noch „echt“, noch ich?

In einem Video sagt der Künstler, es ist übrigens Herbert Brandl, unter anderem über seine Arbeit: „Die Wahrnehmung ist stark herausgefordert. … Es zieht mich immer wieder an die Leinwand. … Die Arbeiten sind wie … eine einzige Perlenkette, die zusammen hängt … ein Leben, ein Fluss  … Ich versuche, den Ereignissen zu folgen. Sehen und wahrnehmen ist immer ein Dialog. Zwischen dem, was man sieht und dem, wer man ist.“ Bei ihm – finde ich – hört es immer nach mindestens 99,9% an. Für alle, die das Video-Interview interessiert, hier der Link dazu.

Und wie ist es bei Ihnen? Mich interessiert sehr, wie Sie diese Frage beantworten. Ich auf jeden Fall werde mich jetzt mal genauer beobachten, wie viel Prozent ich in meine verschiedenen Tätigkeiten von mir rein gebe.

Eine intensive Woche mit möglichst hoher Resonanz
Ihre Gabriela Linne

26. September 2012
Kairos-Leittext

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