Europa kairologisch: Dunkle Wolken am Himmel?

Europa kairologisch gesehen klingt wahrscheinlich für die meisten fremd. Jeder kennt jedoch bestimmt die folgende Situation: Man sitzt noch gemütlich im Liegestuhl. Die Sonne scheint. Aber nur noch durch ein paar wenige blaue Wolkenfenster. Am Horizont zieht eine dunkle Wolkenwand auf. Die Luft ist schwül. Erste kleine Windböen. Wir können gewöhnlich aus Erfahrung einschätzen, was das bedeutet. Wir bereiten uns vor: packen, verstauen, suchen Unterschlupf.

Schwerer ist es, einen geschichtlichen Sturm richtig einzuschätzen. Und noch schwerer, darauf richtig zu reagieren. Die meisten von uns sind „kleine Unternehmer“. Was sollen wir tun, wenn führende Ökonomen Europas schreiben: „Wir glauben, dass Europa schlafwandelnd auf eine Katastrophe mit unkalkulierbaren Ausmaßen zutaumelt.“? Etwa reagieren, wie es der Sprecher der Bundesregierung tut: „Das ist eine von vielen Expertenmeinungen, die wir zur Kenntnis nehmen.“
(Ökonomen fürchten Katastrophe, ntv.de v. 25.7.2012.)

Ist das überhaupt ein Thema für Kairos-Unternehmer? Ich meine, wir haben uns auch von dieser Seite her mit Kairos zu beschäftigen. Was uns hier begegnet, ist mehr als die Summe unzähliger Ursachen und Wirkungen. Es ist ein historischer Kairos. Dahinter steckt ein „Tief“, das weder zufällig kommt noch beliebig lang dauert. Wer kairologisch etwas Bescheid weiß über die historische „Galaxie“, in der die gegenwärtig aktiven Generationen ihren spezifischen Platz haben, der kann auch den „Horizont“ genauer bestimmen, in dem sich die gegenwärtige „Schuldenkrise“ abspielt. Denn dieser „Horizont“ hat zwei zu verortende historische Analogien – in anderen Formen natürlich, aber mit der gleichen energetischen Konstellation. Und daraus folgt: Die Spannung, die sich gegenwärtig aufbaut, wird 20 bis 30 Jahre andauern. Europa wird bleiben, aber sehr geschwächt daraus hervor gehen.

Sie werden sich vielleicht jetzt fragen: Wenn ich annehme, dass sich diese Aussage tatsächlich kairologisch vernünftig begründen lässt, was heißt das für mich dann hier und jetzt? Niemand kann Ihnen die Überlegung und die Entscheidung darüber abnehmen, wann und wie Sie in Ihrer Lage reagieren können und wollen. Was immer kommen mag, ist aus meiner Sicht eine Gabe und eine Aufgabe. Ein zweifacher Appell ergibt sich für mich daraus. Der eine: Erkenne den historischen Kairos (so weit es Dir möglich ist). Der zweite: Bejahe ihn und suche Deinen Weg, ihm gerecht zu werden.

Je mehr wir zu diesem historischen Kairos innerlich JA sagen, desto weniger bringt er uns aus dem Gleichgewicht. Und desto mehr wächst unser Mut, die darin enthaltenen Chancen zu sehen und zu ergreifen. Ihnen eine gute Kairos-Woche, und wenn Sie Zeit haben für den „Liegestuhl“, lade ich Sie ein, ein wenig darüber nachzudenken.

Ihr Karl Hofmann
19. September 2012
Kairos-Leittext

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