Große Wettkämpfer: Ist ein guter Unternehmer einer?

Große Wettkämpfer: So oder so ähnlich gerade in London. „Die Nerven sind bis zum Zerreißen gespannt. Alle Sprinter stehen bereits in ihren Startblöcken. Dieses Jahr dominieren die Amerikaner und Jamaikaner das Finale des 100m-Sprints der Herrn. Sie sind große Wettkämpfer. Der Starter gibt das „Fertig“. Die Läufer gehen in Startposition. Da ertönt der Schuss! Kein Fehlstart. Alle kommen gut aus ihren Startblöcken. Während der ersten Meter sind mehrere Läufer gleich auf. Doch dann, nach 60 Metern, setzt sich Usain Bolt aus Jamaika ab. Mit Riesenschritten bringt er schnell zwei Meter zwischen sich und die Verfolger. Und gewinnt in neuer Olympia-Rekord-Zeit.“

Laut Schätzungen haben eine Milliarde Menschen diesen Lauf live verfolgt. Diese unglaubliche Zahl lies mich aufhorchen! Worin liegt der Reiz, Wettkämpfer anzuschauen und was können wir daraus lernen?

Glauben wir den Zuschauerzahlen, dann ist der Sprint über hundert Meter bei den Leichtathleten und bei Olympia die beliebteste Disziplin. Meine Theorie, warum wir gerade diesen Lauf so toll finden, erschließe ich mal wieder aus der Zeit, als wir noch Jäger und Sammler waren. Wenn Usain Bolt mit fast 50 km/h über die letzten Meter fegt, ist er schneller als ein Wolf. Diese Eigenschaft lässt ihn also als sehr guten Jäger erscheinen. Und da in unseren Zellen noch das Wissen der Urmenschen gespeichert ist, wirkt diese Disziplin auf uns so anregend, spannend. Denn sie bedeutet eine direkte Belohnung: Nahrung.

Zudem ist der Kampf in unseren Zellen als Lebensprinzip angelegt. Das menschliche Überleben war gesichert, wenn der Mensch gegen alles Gefährliche, das seine Sippe bedrohte, kämpfen konnte. Heute im globalen Dorf fehlt vielen die Möglichkeit, das Überlebensprinzip “Kampf” direkt zu befriedigen. Doch das Mitfiebern bei einem Lieblingssport-Verein gibt uns Menschen die Chance des “indirekten Mitkämpfens” und darüber ein erkennbares Gefühl der Befriedigung, wenn “unser”
Verein gewinnt. Die große Anzahl Zuschauer in Fußballstadien zum Beispiel sprechen für sich. Wir kämpfen in jedem Wettbewerb innerlich mit “unserem” Favoriten. Und sind fast am Boden zerstört, wie selbst geschlagen, wenn unser Liebling mal wieder im Finale scheitert.

So weit, so gut. Was hat das jetzt mit unserem unternehmerischen Tun zu tun? Forscher haben herausgefunden, dass immer die letzten Momente eines Wettkampfes die größte emotionale
Belohnung sind. Im Gegensatz zu einem Kampf, der bereits nach kurzer Zeit, in den ersten Sekunden entschieden ist, erfüllt uns ein Sieg im letzten Moment mit größter Befriedigung. Schauen wir noch einmal auf Usain Bolt. Für ihn selbst und seine Anhänger war dieser Wettkampf  perfekt. Erst auf den letzten Metern entschied er das Rennen für sich.

Unternehmerisches Tun befriedigt im tiefsten inneren Sinn immer noch den Wunsch, Jäger zu sein. Jeder Unternehmer ist daher auch immereine Art Wettkämpfer. Das Streben nach Sieg. Wie auch immer dieser aussehen soll. Nicht jeder ist nämlich unternehmerisch ein 100m-Sprinter, der schon  nach 10 Sekunden weiß, ob er gewonnen oder verloren hat. Mal abgesehen davon, dass der Sprint nur so glamourös gewonnen werden kann, wenn a) diese Art Wettkampf als Lebensprinzip im Betreffenden angelegt ist und b) obendrein viel, viel, sehr viel auf den Sieg trainiert wurde. Na also, da haben wir es doch. Schlussfrage an Sie: Sind Sie Wettkämpfer?

Ich wünsche Ihnen allen eine siegreiche Woche
Ihr InSzeneMagier Thorsten AbraXas Ophaus

8. August 2012
Kairos-Leittext

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