Das Arbeitsloch und eine Raus-Komm-Idee

Ich jedenfalls sitze gerade in einem solchen Arbeitsloch. Na, schauen Sie jetzt unter Ihren Schreibtisch und suchen? Ist hier etwa auch ein Loch? Denn auf dem Schreibtisch stapeln sich die Haufen? Bei mir auch. Rechts und links auf meinem Schreibtisch sind unschöne Häufchen gewachsen. Oh ha, was da so alles in den letzten Wochen liegen geblieben ist. Warum, fragen Sie?

Es gab viel zu tun und ich habe obendrein eine Aus- und Weiterbildung gemacht. Das kennen sie sicher. Sie gehen auf Fortbildung oder sind sehr in ein neues Projekt involviert oder gehen mit Hingabe einer Tätigkeit nach. Sie sind begeistert von ihrem Tun, alles um Sie herum versinkt in Vergessenheit, und nur noch die Aufgabe steht im Vordergrund. Sie arbeiten mit Inbrunst und dann … irgendwann … sind sie fertig! Alles geschafft! Toll!

Und da ist es. Das Arbeitsloch. Sie reiben sich die Äuglein. Plötzlich, wie aus einem Traum erwacht, sieht die Umgebung wieder alltäglich aus. Alles Mögliche ist liegen geblieben. Das Tägliche, das Übliche. Doch die Zeit lief weiter, wie bisher, und produzierte Häufchen. Und dann ist da diese kurze Leere, einer Pause gleich. Ein Moment, den es auszuhalten gilt. Das abgeschlossene Alte und der Moment, bevor das Übliche mit dem Neuen wieder starten kann.

Für mich sind diese Phasen schwierig und schön zugleich. Schwierig, da nach einer interessanten Aufgabe diese Leere da ist. Das Arbeitsloch eben. Schön, da ich Zeit zum Durchatmen habe, Nachdenken und Nachspüren kann, den Kopf frei mache, um mich „dann“ mit neuem Schwung und Schalk im Nacken an meine Schreibtischhäufchen zu machen. Doch wann ist „dann“ und wie komme ich da raus? Ach, ich schreibe einfach über das Loch und … schon bin ich draußen.

Eine wunderschöne, Arbeitsloch genießende Woche mit schwungvoller Wieder-raus-Freude
herzlichst Ihre Anke Bohl

20. Juni 2012
Kairos-Leittext

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