Loslassen ist eine besondere Form der Liebe.

KAIROS-Gedanke Loslassen ist eine besondere Form der Liebe.
Erinnern Sie sich noch an die Startphase Ihrer Selbständigkeit? Gut vorbereitet mit allen Zahlen, Daten, Fakten machten Sie sich vielleicht daran, Fünf-Jahresziele, Jahresziele, Monatsziele und Wochenziele zu formulieren. Bezogen auf Wunschkunden, auf langfristige Wunschverträge, auf Wunschaufträge …

Da ich durch die strenge Schule meines Vaters genauso „erzogen“ wurde, habe ich das natürlich gemacht. Mein Unternehmen lief gut an. Ich hatte schnell viel zu tun. Und so manches Mal wurde mir das „Beobachten meiner Ziele und Bangen um die Erfüllung“ einfach zu viel. Irgendwann – Monate später – viel mir etwas Ulkiges auf: Viele tolle Kunden arbeiteten mit uns zusammen, allerdings ganz andere als „formuliert“. Langfristige Verträge gab es überhaupt keine. Gute Aufträge, die ich mir nie hätte ausdenken können, waren reichlich vorhanden und … mündliche Zusagen zur langen Zusammenarbeit.

Mmmmh!? Meine Wunschkunden, Wunschverträge und Wunschaufträge standen immer noch in meinem Wochenkalender. Ich entschied: „Das lass ich mal sein mit dieser anstrengenden, wöchentlichen Aufschreiberei. Ich mache einfach locker weiter, wie bisher. Ich tue das, was ich gut kann und was mir Freude macht. Ich gebe immer mein Bestes und vertraue darauf, dass zu mir kommt, was zu mir gehört. Fertig! Wenn es mir dann mal gefällt, schaue ich (zum Wundern) auf meine „Das-will-ich-haben-Liste“.
Heute, erneut auf die Situation zurückgeblickt, frage ich: „Was genau ist damals passiert?“ Ich hatte zu wenig Zeit, dauernd an das zu denken, was auf meinen Blättern stand. Ich hatte zu wenig Zeit, zu grübeln und missmutig zu werden. Stattdessen habe ich fröhlich genommen, was kam, mich eifrig meinen Aufträgen gewidmet. Und nach weiteren tollen Möglichkeiten Ausschau gehalten.

Heute, erneut auf die Situation zurückgeblickt, frage ich: „Was genau habe ich damals gemacht?“ Ich habe zwar alles schön treuherzig und pflichtbewusst aufgeschrieben, es dann aber gleich wieder vergessen. Ich habe das „Formulieren“ im Grunde wie Hausaufgaben behandelt, die zu erledigen sind. Um dann schleunigst nach draußen zu laufen und das Spiel des Lebens zu spielen. Und das liebte ich und liebe es immer noch.

Heute, erneut auf die Situation zurückgeblickt, habe ich verstanden: „Das Vergessen war es.“ Das neutrale Abarbeiten und der dann folgende Schritt des Loslassens hat es mir ermöglicht, mein Leben zu leben: eifrig, herzlich, begeistert, fröhlich. Ganz egal, was auf diesen Listen stand. Und wenn mal wieder „Hausaufgaben“ zu machen waren, erfüllte ich sie eben. Konzentriert, sauber und ordentlich. „Was wäre wohl aus mir geworden, wenn ich ständig auf meine Listen gestarrt hätte? …“ Gott sei Dank habe ich das Loslassen intuitiv als Liebe wahrgenommen, als meine Form der Liebe zu mir selbst.

Ihnen allen wünsche ich leichtes Loslassen aller schweren „Dinge“ und ganz viel Liebe zu sich selbst, Ihre Gabriela Linne

Kairos-Brief 1. Juli 2016

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