Sag JA und handle!

KAIROS-Gedanke Sag JA und handle! „Er war alt, sehr alt, sehr gebrechlich, lungenkrank. Der Gang schlurfend, der Körper gebeugt, der Kopf gesenkt. Die Hände geschwollen, die Finger verkrampft. Er ging zum Klavier hin-über, noch vor dem Frühstück. Ein Instrument, das er meisterhaft beherrschte. Mit großer Anstrengung legte er seine Finger auf die Tastatur, veränderte seinen Körper, seinen Zustand. Und dann geschah das Unglaubliche: Plötzlich bewegte er sich und begann zu spielen. Die Finger lösten sich aus der Verkrampfung und streckten sich den Tasten entgegen, wie sich die Blüten einer Pflanze dem Sonnenlicht entgegenstrecken. Sein Rücken straffte sich. Er schien freier zu atmen. Er saß geschmeidig, erhaben, völlig gelöst. Nach einigen Stücken stand er auf. Hoch aufgerichtet, viel größer als vorher, schritt er zum Frühstück und machte anschließend einen Spaziergang.“ Eine Geschichte über den legendären Cellisten, Komponisten, Dirigenten Pablo Casals. Wie kam er dorthin?

Er war überwältigt vom Spiel, von den Tönen. Zu dem, was er tat, sagte er aus tiefstem Herzen JA und handelte. Er ging einen langen Weg mit Licht und Schatten. Doch alles, was er tat, gab seinem Leben Schönheit, Erhabenheit, Größe. Was er tat, hielt ihn vital.

Oder kennen Sie Roger Bannister, dem es am 6. Mai 1954 als ersten Menschen gelang, die Englische Meile in einer Zeit von unter vier Minuten zu laufen? Und das, obwohl er erst 17jährig mit dem Laufsport begonnen hatte.

Eine weitere JA-Geschichte ist die vom Ehepaar Gruhl, das im Alter von weit über 80 Jahren in Dresden ein Restaurant in der eigenen Wohnstube eröffnet hatte. „Von der Decke baumeln Töpfe und Pfannen, Kochtöpfe klappern, durch die kleine Küche wabert der Duft von Lorbeer, Nelken und Hefe. Mittendrin wuselt Ursula Gruhl zwischen Herd und Spüle hin und her, das lange weiße Haar zum Zopf gebunden. Dass sie bald 86 Jahre alt wird, sieht man ihr nicht an. Nebenan kämpft Ehemann Christian mit einem Berg Dinkelteig, aus dem der 83-Jährige eifrig Brötchen formt. Das Ehepaar gehört wohl zu den ungewöhnlichsten Restaurantbetreibern in Deutschland: Mit der Gründung ihres Vollwert-Restaurants „Chicorée“ erfüllten sie sich einen Lebenstraum.“ (Aus Sächsische Zeitung vom 7.2.12, „Essen, was auf den Tisch kommt!“)

Aus tiefstem Herzen JA sagen ist ein unabänderliches JA. Ein JA, das Bestand hat. Das unser Tun beständig trägt. Egal, was passiert. Wie oft haben Sie schon auf diese Weise JA gesagt? Wie lange ist es her? Und: Gilt es heute noch?

Eine herrliche Osterzeit mit möglichst beständigen „JA“ in Ihrem Leben wünscht
Gabriela Linne

Kairos-Brief 23. März 2016

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