Mut zum eigenen Leben …

KAIROS-GedankeMut zum eigenen Leben heißt manchmal Mut zum Schmerz.
Vor einiger Zeit wurde ich von einem klugen Jungen gefragt: „Gabriela, warum sagst Du manchmal: Mut zum eigenen Leben ist manchmal schmerzhaft. Mut zum eigenen Leben heißt also manchmal Mut zum Schmerz.“ Mmmh, eine große Frage. Nach einigem Nachdenken gab ich folgende ausführliche Antwort: „Wenn wir GEGEN unser eigenes Leben leben, leben wir GEGEN unsere Energie. So, als würden wir immer dann die größten Leistungen abfordern, wenn wir gerade völlig erschöpft sind. So, als würden wir partout etwas durchsetzen wollen, obwohl es gerade überhaupt nicht klappen will. Gott sei Dank haben wir einen sehr klugen Körper. Damit wir kapieren: „Da läuft etwas verkehrt.“ schickt er uns „Schmerz“. Schmerz ist wie eine Warnleuchte aus dem eigenen Inneren. Sie will Deine Aufmerksamkeit auf etwas lenken.

Die meisten Menschen wollen den Schmerz so schnell wie möglich einfach nur loswerden. Egal wie. Betäuben ihn. Beschimpfen ihn. Bekämpfen ihn. Würden sie sich stattdessen dem Schmerz widmen, könnten sie die Baustelle erkennen, an der die Warnleuchte hängt. Und sie könnten die Baustelle bearbeiten, statt sie einfach mit einer Plane abzudecken und Müll draufzuschütten. Sich dem Schmerz zu widmen, erfordert Mut. Weil es Staub aufwirbelt, weil es Mühe macht, weil es dauert. Ist die Baustelle allerdings fein säuberlich beleuchtet und gereinigt worden, kann die Warnleuchte abgehängt werden. Mit anderen Worten: der Schmerz ist weg.

Schmerz ist immer Dein Freund. Weil er Dir etwas mitteilt, was Du gerne übersiehst. Kleinere Baustellen sind zum Beispiel: „Ich fühle mich oft schlecht. Ich ärgere mich immer häufiger. Ich bin manchmal so traurig.“ Größere Baustellen sind zum Beispiel Krankheiten. Die meisten Menschen sind damit beschäftigt, den Schmerz als Feind zu bekämpfen und machen ihn dadurch größer und größer. Der Körper muss immer mehr Warnleuchten aufhängen, bis es selbst der „Blindeste“ merkt.

Jeder, der diese Prinzipien versteht, kann ab sofort all seinen Mut zusammennehmen und jedem Schmerz ins Auge blicken. Durch den klaren Blick kommen Einsichten, wo die Baustelle ist, woher sie kommt und was zu tun ist. Und dann braucht es wieder Mut, die Einsichten in die Tat umzusetzen. Der Weg heißt übrigens Entfaltungsweg. Und die Warnleuchten sind unsere Kairos-Leuchten.“

„Und wenn ich mir beim Spielen eine schmerzhafte Schramme hole?“ „Na, dann weißt Du doch bestimmt sofort, woher sie kommt. Und wirst wohl kaum dasselbe noch einmal tun. Es sei denn, Du willst für Deine „Schrammen“ bewundert werden.“

 

Ihnen allen eine mutige Entfaltungswoche

Ihre Gabriela Linne

 

10. März 2016

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