Wer seinen Weg geht, dem wachsen Flügel.

Christina Broda

Christina Broda

Wer seinen Weg geht, dem wachsen Flügel. So sagt eine alte Zen-Weisheit. „Ja“, mögen Sie jetzt vielleicht denken, „ist wohl was dran“. Aber warum das so ist, können Sie sich das auch erklären? Lassen Sie mich das Pferd von hinten aufzäumen, um es Ihnen zu verdeutlichen. Was passiert, wenn wir einen Weg gehen, der nicht unserer ist?

Er ist vielleicht zu steil und so müssen wir schrecklich schnaufen, vielleicht ist er zu steinig und so schmerzen uns die Füße in unseren dünnen Sohlen, oder vielleicht ist er nur eine Betonpiste und damit für uns viel zu langweilig, vielleicht geht er durch einen finsteren Wald und ist damit für uns viel zu bedrückend. Wenn es nicht unser Weg ist, dann hat er immer irgendeinen Aspekt, der uns Kraft oder Freude oder beides zusammen raubt.

Wenn wir hingegen unseren Weg gehen, in unserem Tempo, mit unserem Steigungsgrad, durch unsere Landschaft, dann können wir fröhlich und energiegeladen durchs Leben gehen. Wir fühlen uns getragen, alles erscheint leicht, wir sind im ‚Flow‘. Aus kairologischer Sicht bedeutet das, seinen Lebensphasen entsprechend durchs Leben zu gehen.

Ihnen ist ja inzwischen sicherlich bekannt, dass jede kairologische Lebensphase eine bestimmte ‚Energie‘ hat.  Wer mit dieser Energie mitgeht, kommt in diesen ‚Flow‘. Dann ist er im Einklang mit der jeweiligen Dynamik. Natürlich muss man nicht mit dieser Dynamik gehen. Man kann selbstverständlich auch andere Wege einschlagen. Doch dann wird man an verschiedenen Stellen spüren, dass der Weg beschwerlich ist und es nicht richtig ‚flutscht‘.

Ein gutes Beispiel aus jüngerer Zeit ist die Besetzung des Postens der Familienministerin mit Dr. Kristina Schröder. Sie hat sich sicherlich redlich Mühe gegeben, ihre Aufgabe gut zu erledigen. Doch sie wirkte nicht authentisch, sie ist mehr angeeckt, als dass sie gelobt wurde, sie wurde verhöhnt und nicht ernst genommen. Ich glaube nicht, dass sie im Laufe ihrer Amtszeit glücklich war oder ihr Flügel gewachsen sind. Sie war einfach zu einer zu frühen Zeit ihres Lebens auf einem Posten, der für eine spätere Zeit ihres Lebens erst dran gewesen wäre. Sie war nicht auf ihrem kairologischen Weg – auch wenn der Posten einer Ministerin sicherlich sehr attraktiv für sie ausgesehen hat.

Wenn es in Ihrem Leben steinig wird, oder steil oder sich Ihnen andere Hindernisse in den Weg stellen, dann halten Sie inne, schauen Sie, was gerade passiert und warum. Prüfen Sie, ob Sie am Grashalm ziehen, damit er schneller wächst oder ob Sie noch auf IHREM Weg sind. Ihr Weg ändert sich von Lebensphase zu Lebensphase, mal geht’s bergauf, mal hinab ins Tal, mal müssen Sie sich etwas sputen und mal können Sie ruhig etwas trödeln. Es muss leicht gehen, selbst wenn es mal richtig steil bergauf geht. Entscheidend ist für Sie und Ihre Lebensqualität, dass Sie Ihren Weg finden und dann unbeirrt von den Meinungen anderer mutig begehen. Dann können bestimmt auch Sie die Leichtigkeit Ihres Seins mit Flügeln genießen.

Ich wünsch es Ihnen von ganzem Herzen.
Christina Broda

Kairos-Brief 3. Februar 2016

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