November-Blues und die Sache mit dem Bleistift.

Christina Broda

Christina Broda

November-Blues und die Sache mit dem Bleistift. Ich mag Blues. Vor allem spät am Abend, wenn die Welt zur Ruhe gekommen ist und der Tag dann schön ausklingen kann. Ich mag die Melancholie, die oft im Blues mitklingt und die zu später Stunde oft auch mich zu einem ‚lonesome cowboy‘ macht. Was ich nicht mag, ist der jetzt wieder allenthalben grassierende November-Blues. Diese Mischung aus Miesepeterigkeit, schlechter Laune, „alles-ist-Mist-Stimmung“ und leichten Anflügen von depressiver Haltung. Wenn einem die Leute schon mit Mundwinkeln bis auf den Bauchnabel entgegen kommen und sich noch krampfhaft in eine graue Stimmung hineinreden.

Klar, ich mag auch den hellen, fröhlichen Sommertag lieber als graues, trübes Nebelwetter. Aber der November gehört zur biologischen Erneuerung der Welt einfach dazu wie der Mai zum neuen Erwachen im Frühling. Das ist wie beim Reinemachen: ohne vorher den Mief herauszulassen, kann keine frische Luft in die Räume einziehen.

Wie so oft, haben wir doch immer die Wahl, wie wir uns verhalten wollen. Wollen wir dem November-Blues verfallen oder wollen wir uns einen schöneren Tag machen? DAS liegt nun wirklich an keinem anderen als ausschließlich an uns selbst. Wer wirklich in seinem Kairos lebt, dem ist der Monat sowieso unwichtig. Da ist das Wetter oder der Monat völlig egal, denn es kommt nur auf das beglückende Tun und die erfüllte Zeit an. Für alle anderen gibt es den Bleistifttrick.

Stecken Sie sich für mindestens 3 Minuten einen Bleistift quer zwischen die Lippen – und schauen Sie, was passiert. Ihre Laune wird zwangsläufig besser werden. Durch das Festhalten des Bleistifts zwischen den Lippen ziehen Sie Ihre Mundwinkel nach oben. Sie sehen also aus, als ob sie lächeln würden.

Das Gedächtnis Ihres Körpers kann nicht unterscheiden, ob Sie über ein schönes Erlebnis lächeln oder aufgrund des Bleistifts zwischen Ihren Lippen. Aber es meldet: „Ich lächle, also geht es mir gut“ an Ihr Gehirn und damit hebt sich zwangsläufig Ihre Stimmung. Probieren Sie es aus – je länger, je wirkungsvoller.

Und wenn Sie dann noch das Positive verstärkend überlegen, welche Vorteile der November auch haben kann: Für Viele ist es die Zeit, sich abends wieder mal einen leckeren Tee zuzubereiten, es ist die Zeit, wo es im Heim mit vielen Kerzen und Teelichtern wieder gemütlich werden kann, Freunde haben wieder Lust auf Spieleabende oder Sie haben wieder die Muße, ein gutes Buch zu lesen. Es gibt viele gute Gründe den November zu mögen. Und wenn Sie sich positiv auf ihn einstellen, werden das auch alle in Ihrem Umfeld spüren, Ihre Familie, Ihre Kunden, Ihre Mitarbeiter, Ihre Nachbarn.

Auf den November-Blues können Sie darum in Zukunft fröhlich pfeifen und sich stattdessen, sofern es Ihre Musikrichtung ist, lieber an einem echten Blues erfreuen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen November mit viel Freude und tollen Songs.

Christina Broda
Kairos-Brief 4. November 2015

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