Laut Chronos zu spät, mit Kairos genau richtig.

Joachim Trott

Joachim Trott

Laut Chronos zu spät, mit Kairos genau richtig. Kürzlich konnte ich wieder den Unterschied zwischen Chronos und Kairos am eigenen Leib erleben. Ich hatte bei einer Geschäftsreise bewusst nur die Hinreise geplant, um bei einem Termin völlig frei in der Länge zu bleiben. Denn Kreativität benötigt schließlich Freiräume. Die Rückfahrt sollte mit öffentlichen Verkehrsmitteln stattfinden:

Variante 1: Eine ICE-Verbindung, die ohne Vorausbuchung und Bahncard aber sehr teuer war.
Variante 2: Die preisgünstigste Variante für mich als kostenbewussten Unternehmer war Fernbus bis Stuttgart, Regionalzug bis Tübingen und Stadtbus bis nach Hause. Sie kostet nur ein Drittel von Variante 1. Der letzte Stadtbus fährt unter der Woche allerdings um 0:44 Uhr ab Tübingen Hauptbahnhof. Daher gab es einen spannenden Moment: Würde ich in Stuttgart einen Zug erreichen, mit dem ich vor 0:44 Uhr in Tübingen bin? Laut Plan (Chronos) hatte ich dafür nur 2 Minuten Zeit.

Um es kurz zu machen: Ich erreichte diesen Zug nicht. Laut Chronos war ich zu spät. Und musste mit der S-Bahn nach Plochingen fahren, um dort den letzten Zug nach Tübingen zu erwischen. Der sollte um 0:50 Uhr in Tübingen ankommen, also sechs Minuten nach(!) dem letzten Bus. Als ich in der S-Bahn saß sagte mein Kopf: Na ja, so ist das halt. Dann musst Du eben mit dem Taxi fahren. Auch mit Taxifahrt ist dieser Weg immer noch deutlich günstiger. Mein Gefühl war allerdings anders, sehr positiv gestimmt und sagte eher: „Mal schauen, was der Abend noch so bringt.“

Als ich Plochingen aus der S-Bahn stieg, zeigte die Anzeigentafel am Bahngleis gegenüber schon einen Zug nach Tübingen an – mit 15 Minuten Verspätung! Allerdings nicht meinen Zug, der in 13 Minuten losfahren sollte. Sondern einen Zug, der schon vor einer viertel Stunde hätte fahren sollen. „Moment mal, da könnte doch eine Chance sein,“ dachte ich mir und prüfte schnell die Fahrpläne. Und tatsächlich: Dieser Zug sollte laut Plan um 0:23 Uhr in Tübingen sein. Wenn es bei der viertel Stunde Verspätung bleibt, dann wäre ich rechtzeitig für den Bus in Tübingen.

Kaum hatte ich dies realisiert, fuhr auch schon der Zug ein. Ich sprang hinein und war rechtzeitig für den Bus in Tübingen. Und sagte mir: „Interessant! Laut Chronos war ich zu spät und bin Umwege gefahren. Doch offensichtlich war ich so in meiner Kairos-Zeit, dass ich genau richtig angekommen bin. Juchu! Also liebe Unternehmer: Wenn die Chronos-Pläne durcheinander kommen, dann können Sie gelassen bleiben. Erkennen Sie Ihre Kairos-Energie* und alles geschieht im richtigen Moment.

Herzliche Grüße
Joachim Trott

*PS. Ein Tipp zum Schluss: Um dies zu erkennen und trainieren gibt es übrigens wöchentliche Workshops und wissenschaftliche Studiengänge.

Kairos-Brief 27. August 2015

 

27. August 2015

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