Ho’oponopono

Ein unglaubliches Gerücht: Der Ho’oponopono-Prozess. Als ich den Artikel zum ersten Mal (von Joachim Trott) in die Hände bekam, gefiel mir der Titel: “Der Ho’oponopono-Prozess – 100%ige Verantwortung und der Schoko-Eisbecher, den ich noch nie essen durfte …” Denn immer auf der Suche nach Entfaltungs- und Wachstums-Inspirationen greife ich bei allem was neu ist, besonders gerne zu. Beim Lesen durchlebte ich die ganze Welt meiner Wahrnehmungsmuster von “Das muss ein Gerücht sein.” über “Verantwortung für alles in meinem Leben? Au weia. Wie soll das möglich sein?” bis hin zu “Darüber muss ich erst mal nachdenken …”

Nun denn lasse ich Sie alle, die wollen, teilhaben. Mit einigen Original sätzen aus dem Artikel (Zeitschrift Lichtfokus 23/2008) und einigen Abschlusssätzen von mir. Und bin gespannt, wie es Ihnen damit geht. Ob Sie den Inhalt ablehnen, sich über den “Unsinn” ärgern, erstaunt oder fasziniert sind, ins Grübeln kommen, … Was auch immer, alles ist in Ordnung. Nur: Entfaltung und Wachstum liegt oftmals hinter dem, was wir sowieso schon kennen. Der Artikel gibt ein Interview wieder mit Dr. Ihaleakala Hew Len von Cat Saunders. Die Vorgeschichte schrieb Reinhard Lier:

“Dr. Len war vier Jahre lang als psychiatrischer Arzt am Hawaii State Hospital tätig. Die Abteilung mit geisteskranken Kriminellen war sehr gefährlich. Psychologen kündigten nahezu jeden Monat. Das Personal meldete sich oft krank, oder die Mitarbeiter schmissen ihren Job. Die Leute gingen durch die Abteilung mit der Wand im Rücken, weil sie Angst hatten. Dr. Len sah niemals auch nur einen Patienten. Er war damit einverstanden, dass er ein Büro bekam und sich die Akten ansah. Während der Akteneinsicht arbeitete er an sich selbst. Und während er an sich selbst arbeitete, begann sofort die Heilung der Patienten. Nach einigen Monaten hatten Patienten, die sonst eingeschlossen werden mussten, Freigang. Andere, die unter starker Medikation standen, bekamen keine Psychopharmaka mehr. Und die, die keine Aussicht auf Freilassung hatten, wurden freigelassen. Nicht nur das, auch das Personal kam nun gerne zur Arbeit. Abwesenheiten und Stellenwechsel verschwanden. Am Ende hatte das Krankenhaus mehr Personal als notwendig, da alle Patienten entlassen wurden und das gesamte Personal zur Arbeit erschien. Heute ist die ganze Abteilung geschlossen.

Was war der Kern der Lösung? Dr. Len hatte einfach den Teil von sich geheilt, der diese Patienten “geschaffen” hatte. Er hatte die vollkommene Verantwortung für sein Leben übernommen, so dass alles in seinem Leben – einfach, weil es in seinem Leben war – in seiner Verantwortung stand. Er hatte verstanden, dass im wörtlichen Sinne die gesamte Welt, die er erlebte, seine Schöpfung war. Dr. Len erkannte eine tiefe Wahrheit: Wenn Du die vollkommene Verant-wortung für Dein Leben übernimmst, dann ist alles, was Du siehst, hörst, schmeckst, berührst oder auf irgendeine Art erfährst, ganz allein Deine Verantwortung ist. Weil alles Dein Leben ist. Das bedeutet, dass auch Terrorismus, die Wirtschaft und alles, was Du erfährst oder nicht magst, Deine eigene Angelegenheit ist, die Du zu heilen hast. All das existiert gar nicht, außer als Projektion aus dem Inneren. Das Problem ist nicht außen, es ist Dein Problem, und um es wirklich zu ändern, musst Du Dich selbst ändern.

Doch was tat Dr. Len genau, während er sich die Patientenakten anschaute? Seine Antwort: “Ich habe einfach immer wieder gesagt: “Es tut mir leid.” und “Ich liebe Dich.” wieder und wieder. Das war alles.” Dr. Len führt in dem Interview noch aus, dass so viele glauben, einem anderen helfen zu können. Allerdings entspringen die Ideen, die wir geben, fast immer unserem Verstand. Und der Verstand löst Probleme nur auf seine “engstirnige, kleinliche” Art und Weise. Das mit dem Schoko-Eisbecher in der Überschrift hatte übrigens folgende Bewandtnis: Dr. Len hatte sich vor 10 Jahren vorgenommen, sich selbst einen riesengroßen Schoko-Eisbecher zu spendieren. Wenn er es irgendwann einmal schaffen würde, einen ganzen Tag lang über niemanden ein Urteil zu fällen. Das hat er bis heute nicht geschafft, sagt er 2008. Wer weiß, vielleicht ist es ihm inzwischen gelungen. Nun, wie geht es Ihnen mit diesem “unglaublichen Gerücht”? Ich bin immer noch dabei, mich dem Thema weiter zu öffnen. Mal sehen …

Herzliche Grüße an alle und eine Woche mit Schoko-Eisbecher
Ihre Gabriela Linne

Kairos-Leittext 7. Januar 2010

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