Kairos, Ostern und Auferstehung

KAIROS-Gedanke 1Apr15Kairos, Ostern und Auferstehung: So kurz vor Ostern kommt uns erneut in den Sinn, wie ein Kairos bewusstes Leben uns immer wieder „Auferstehung“ ermöglicht. Vieles geschieht in unseren Leben so selbstverständlich, dass wir es niemals „Auferstehung“ nennen würden. Zum Beispiel bei einem eingescanten Dokument: Das Original ist einmalig, die Reproduktion dagegen ist „ewig“, beliebig wiederholbar – sobald der Scan gespeichert ist. Dazwischen läuft ein Prozess ab. Von dem wir  manchmal ein grelles Licht sehen, in dem (wer weiß schon, wie?) die Sache blitzartig verwandelt wird.

Jede CD, jeder Film, jedes Foto, jedes Telefonat, ja jede Art digitaler Speicherung ist „Auferstehung“ und der Weg zur permanenten Verfügbarkeit ist gleichsam eine „Himmelfahrt“. Uns ist bewusst, so würden wir alle niemals über diese Dinge reden. Wir sprechen über das, was wir sehen, hören, begreifen. An eine „Auferstehung“ und „Himmelfahrt“ müssen wir  g l a u b e n  können.

Was hat das Ganze nun mit Ostern zu tun? Auch die Jünger Jesu haben „nur“ gesehen, gehört, begriffen. Auch von ihnen hat keiner in einem bewussten Sinne  g e g l a u b t. Lassen wir jetzt unsere Gedanken zu Kairos fließen, werden wir feststellen: Kairos ist auch nicht etwas, was ich glauben kann. Und dennoch verwandelt Kairos Reales in neue Bedeutungsrealität. Das heißt: Ein zunächst neutraler, sachlicher Vorgang – ein Gespräch, ein Blick, ein Text – wird durch unseren  G l a u b e n  auf einmal bedeutsam.

Wir sagen vielleicht bloß: „Das interessiert mich.“ oder „Das ist richtig“ oder „Das ist mir wichtig“. Dabei wird uns selten dieser Moment bewusst, in dem wir etwas blitzartig auf eine neue Ebene gehoben und damit verwandelt haben. Die Sache ist jetzt meine, unsere. Indem ich sie mit meiner Geistes- und Lebenskraft erfülle, lasse ich sie „auferstehen“. So wird ein Mensch auf einmal mein Partner, ein Satz auf einmal mein Glaube, eine Idee auf einmal mein Unternehmen. Was neutral war, was also für mich als Mensch tot war, wird in meiner Kraft lebendig und diese Kraft gibt ihm seinen Platz im meiner Beziehung zum Ganzen. Wir tun das ständig. Es lohnt sich, sich diese wesentliche Verwandlung manchmal bewusst zu machen. Je mehr sich etwas für mich mit Leben füllt, desto mehr lebe ich – wirklich.

Wir laden Sie ein, sich diese Woche manchmal bewusst zu machen, wie sehr auch wir Dinge und Menschen „auferstehen“ lassen.

Herzliche Grüße
Gabriela Linne und Karl Hofmann

Kairos-Leittext 1. April 2014

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