Beruhigt durch die Kairologie.

Christina Broda

Christina Broda

Beruhigt durch die Kairologie: Nach einer ausgedehnten Pause über den Jahreswechsel, melde ich mich heute mal wieder bei Ihnen und möchte dafür gern ein Gespräch aufgreifen, das ich mit meiner Freundin geführt habe. Sie war ziemlich genervt und wütend und hätte ihren Mann am liebsten auf den Mond geschossen. Ehrlicherweise gab sie zu, dass es ihrem Mann mit ihr fast genauso ging. „Ich halte das nicht mehr aus!“, meinte sie und wollte am liebsten alles hinschmeißen, vor allem ihre Ehe. Sie würde ihren Mann ja lieben, aber augenblicklich hätte sie alles so satt, dieses ewige Gezanke und Gerangel.
Vor meiner Ausbildung zur Kairos-Trainerin hätte ich sie als mitfühlende Freundin vielleicht bedauert ob Ihres Kummers mit ihrem verständnislosen Mann. Nun aber hatte ich etwas viel Besseres für sie. Ich konnte ihr nämlich erklären, warum das – trotz aller Liebe -  bei den beiden gerade so läuft. Sie werden sich wahrscheinlich erinnern, dass wir in der Kairologie 9 Lebensphasen à ca. 6,5 Jahren unterscheiden, die es braucht, damit sich die Persönlichkeit eines Menschen entwickelt.

Die Lebensphase 8 ist dabei diejenige Phase, in der ein Mensch sein eigenes Weltbild in irgendeiner Form konkret zum Ausdruck bringen will. Platt gesagt: er will sich ein Denkmal bauen. Denn bis zu diesem Alter hat er viel gelernt und viel geleistet, er hat sich seinen Platz im Leben geschaffen und seine Ansichten über das Leben an sich und im Besonderen gefunden. Das trägt er nun nach außen und möchte es von den anderen auch so gewürdigt und anerkannt wissen. Innerlich mit Stolz geschwellter Brust und beiden Daumen unterm breiten Hosenträger steht er da und will bestimmen, wie die Welt seiner Meinung nach auszusehen hat.

Meine Freundin und ihr Mann sind fast gleich alt und beide in der Mitte dieser achten Lebensphase. Da ist es ganz klar, dass sie ewig aufeinander knallen und jeder den anderen dominieren will. Das ist ein bißchen so wie diese magnetischen Ziegen, die ständig aufeinander knallen. Ich habe meiner Freundin diesen kairologischen Sachverhalt erklärt und ihr gesagt, dass diese Lebensphase mit 51 Jahren und 8 Monaten vorbei ist und es dann wesentlich ruhiger wird. Sie solle noch bis dahin Geduld haben und dann würde es von alleine wieder viel friedlicher in ihrer Beziehung werden. Gute Beispiele aus dem gemeinsamen Bekanntenkreis haben diese Aussage noch untermauert.

Obwohl sie keine rechte Freude dabei empfinden konnte, dass dieses Gerangel mit ihrem Mann noch über zwei Jahre so weitergehen soll, konnte meine Freundin die Erklärung aber gut annehmen und war innerlich beruhigt. Sie wußte nun, warum sie gerade so heftige Zerwürfnisse mit ihrem Mann hatte. Sie wird ihn ganz bestimmt auch weiterhin noch einige Male zum Mond schießen wollen, aber nun weiß sie, warum. Und Sie wissen ja, ein Spiel, dessen Regeln man kennt, ist vorbei. Dem ist man nicht mehr hilflos ausgeliefert. Man hat dann wieder selbst die Zügel in der Hand. Es gäbe noch einige andere Beispiele dafür, wie das Wissen um unseren Kairos das Zusammenleben erleichtert. Aber davon dann mehr zu einem anderen Zeitpunkt.

Wenn Ihnen also jemand zwischen 45 und 51 Jahren recht forsch erscheint, dann anerkennen Sie ihre/seine Kompetenz und freuen sie mit an diesem menschlichen Denkmal. Sie wissen ja nun, warum.

Eine entspannte Woche wünscht Ihnen mit vielen lieben Grüßen
Christina Broda
Kairos-Leittext 21. Januar 2015

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