Archiv für den Monat: September 2014

Kairos – unser innerer Entschleuniger

Gabriela Linne

Gabriela Linne

Kairos – unser innerer Entschleuniger. Am 1. September diesen Jahres brachte der „Spiegel“ die Titelgeschichte: „Der Uhr-Mensch“. Haben Sie sie gelesen? Haben Sie gelesen, (es folgen Zitate aus dem Artikel):

  • dass „immer mehr und mehr Menschen schnappatmend durch ihren Arbeitsalltag und sogar durch ihre Freizeit hasten, die allen Segnungen der Moderne zum Trotz immer enger bemessen ist“,
  • dass „die dauernde Beschleunigung nicht noch mehr Menschen krank mache daran liege, dass der Homo sapiens von Natur aus ganz gut darin ist, sich lebensfeindlichen Bedingungen anzupassen“,
  • dass laut Karlheinz Geißler, Professor für Wirtschaftspädagogik „der Herzinfarkt in vielen Fällen tatsächlich ein Zeitinfarkt sei“.

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Wer in der Fülle ist, …

Joachim Trott

Joachim Trott

Wer in der Fülle ist, kann sich rar machen. Neben meiner Tätigkeit als Olivenöl-Unternehmer bin ich gleichzeitig als Internetmarketing-Berater unterwegs und möchte Ihnen zu dieser Tätigkeit einen kleinen Einblick geben: In der Zeit, als meine Fülle noch weniger entfaltet war, ging es mir oft so: Die „Mangel“-Vorgeschichte: Ich habe Unternehmen beraten, wie Sie mehr Besucher auf ihre Webseite bekommen und sie zu Kunden machen. Oft waren meine Empfehlungen mit grundsätzlichen Änderungen der Webseite bzw. des Designs verbunden. An dem Punkt gaben viele Kunden auf, da die Umsetzungskosten sie vom Weitermachen abhielten. Ergebnis: Keine Folgeaufträge für mich und ich … fühlte mich wieder „im Mangel“.

Mit Fülle:
Nun habe ich dank meiner Fülle-Entwicklung einen Kunden, der mich für seine verschiedenen  Unternehmen am liebsten zu 100% haben möchte. Entsprechend vergütet, sicherte ich ihm zu, vorerst keine neuen Kunden anzunehmen, sondern mich voll auf ihn zu konzentrieren. Meine Stammkunden und mein Olivenöl-Unternehmen betreue ich natürlich weiter. Einer dieser Stammkunden buchte mich diese Woche für einen Beratungstag. Von ihm hatte ich bisher nur sehr kleine, doch sehr arbeitsaufwändige Aufgaben erhalten. Mein neues „Fülle“-Angebot an ihn war: Es gibt nur noch Komplettpakete oder eine Tagesberatung. Zu meiner Überraschung nahm er die Tagesberatung, die gemeinsam mit der langjährigen Webagentur stattfand. Ein heikles Thema, vor allem wenn die Agentur Angst hat, dass ich ihr Folgegeschäft weg nehme oder sie aufgrund meiner Kritik schlecht dasteht. Mit meiner inneren Fülle hatte ich allerdings ein ganz anderes Ziel: möglichst alle Umsetzungs-Aufgaben bei der Webagentur belassen. Wann immer es also um die Umsetzung ging, fragte ich die Agentur: Können Sie das machen, dann kommt gleich alles aus einer Hand und es gibt keine Schnittstellen.
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Leben und Aufleben

Vom Leben und Aufleben möchte ich heute “sprechen” und sage zunächst. Moin, moin. Hörten Sie mich wirklich sprechen, statt von mir zu lesen, wüssten Sie sofort, dass ich aus dem Norden komme. Ein bisschen nuschelig wie Ohnsorg-Theater, ein bisschen breit wie Großstadtrevier ist meine Aussprache, und hatürlich heisst ein bisschen auch nur “n büschen”. Wenn ich muss, kann ich auch sehr gepflegt hochdeutsch sprechen, aber im Eifer des Alltags ist es doch meist norddeutsch. Ich bin seinerzeit wegen der beruflichen Versetzung meines Mannes von Hamburg nach Frankfurt gezogen. Das war einerseits als neue Erfahrung sehr reizvoll, aber da ich ja so eine treue Seele für Freunde und Familie bin auch schmerzhaft. Darüber hinaus liiieeebe ich meine schöne Heimatstadt.

Aber ok: nun war Hessen mein neues Lebensumfeld, das ich mit viel Neugier und Freude für mich entdeckte und erschloss. Da es mir leicht fällt, Kontakte zu knüpfen, hatten wir auch in Hessen bald einen netten Bekanntenkreis. Ich lernte mit meinem Heimweh, das sich in eine latente Sehnsucht nach dem Norden wandelte, zu leben. Doch hatte ich immer unterschwellig das Gefühl, irgendetwas in mir ist nicht so ganz rund. Viele, viele Jahre später, als ich wieder im Norden war, bemerkte ich plötzlich, wie viel leichter irgendwie alles war. In Frankfurt hab ich immer so etwas wie eine Last auf meinen Schultern, doch nun hatte ich das Gefühl, meine Seele bekäme wieder Luft und könnte frei sein. Stellen Sie sich eine Lehmkruste um mich herum vor, die mehr und mehr aufbricht, je näher ich dem Norden komme. Und wenn ich im Norden bin, ist alles von mir abgefallen und ich fühle mich frei.
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Der Kairos-Weg der Heiterkeit

Gabriela Linne

Gabriela Linne

Der Kairos-Weg der Heiterkeit: Wussten Sie schon, dass Heiterkeit eine Tugend ist? Sollte Ihnen diese fragende Aussage gerade seltsam erscheinen, möchte ich mich jetzt mit Ihnen darüber „unterhalten“. Ich bin nämlich in diesem Thema einig mit Philosophen und sonstigen Denkern, die sagen: „Heiterkeit hat etwas mit dem Willen zu tun. Heiterkeit ist nur erreichbar, wenn wir uns die Mühe machen, etwas dafür zu tun.“ Doch was stelle ich stattdessen fest: Viele Menschen, die sich mit inneren Prozessen, ihrer Entfaltung, mit neuen Wegen für ihr Leben beschäftigen, machen dabei und danach meistens eine ernste bis saure Miene. So begegnen mir immer wieder Unternehmer, die mit der Methode des „langen Gesichts“ sagen: „Ich habe gerade so viel zu tun.“ Oder: „Ich habe gerade so wenig zu tun.“ Oder: „Ich muss gerade so viel lernen.“ Oder: „Ich habe gerade nicht Neues, was mich interessiert.“ Egal, worin der Grund für den Trübsinn liegt, meine Antworten heißen immer:
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Kairos, Kairos überall.

Christina Broda

Christina Broda

Kairos, Kairos überall. Gerade liegt wieder ein Wochenende des eifrigen Studiums der Kairos-Wissenschaft hinter uns. In diesem Zusammenhang haben wir auch mal geschaut, was es im Internet noch so unter dem Begriff ‚Kairos‘ gibt. Allein für Deutschland sind wir in Google auf 38 Seiten mit dem Stichwort ‚Kairos‘ in irgendeiner Form gestoßen. Es gibt Kairos-Reisebüro, Kairos-Fotografie, Kairos-Unternehmensberatung, Kairos-Beratung, Kairos-Filmverleih, Kairos-Segeltörns, Kairos-Uhren, Kairos-Allfinanzmakler, Kairos-Rechtsanwälte, Kairos-Musik u.v.m. Bei einigen weiß man gar nicht, wieso sie überhaupt das Wort ‚Kairos‘ im Namen führen, andere beziehen sich immerhin auf den rechten oder günstigen Augenblick. Das ist ja auch die am meisten benutzte Definition des Kairos im herkömmlichen Sinne. Und so haben wir ja auch lange gedacht … Dank der über 20jährigen Forschung vom Begründer der Kairos-Wissenschaft, Dr. Karl Hofmann, und Dank eines Studiengangs, der 2011 erstmals aufgelegt wurde, wissen wir inzwischen, dass Kairos sehr viel mehr ist. Weit entfernt hat Kairos immer noch etwas mit dem günstigen Augenblick zu tun. Doch gilt es nun nicht mehr, etwas zu erhaschen wie die Haarlocke des vorbeirauschenden Kairos-Gottes.

In der Kairos-Wissenschaft wird der Mensch in seiner Dynamik betrachtet. Im Leben sind zu bestimmten Zeiten bestimmte Dinge einfach dran. Einige kommen ganz von allein durch die Biologie, wie z.B. Pubertät oder Alter. Andere Dinge können wir schon eher beeinflussen. Genauso wenig, wie wir an einem Grashalm ziehen können, damit er schneller wächst, können wir aber an unserem Leben ziehen, damit es schneller voranschreitet. Doch genau das versuchen viele Menschen nur allzu oft. Die leichte Form davon ist der Versuch junger Menschen, älter zu wirken als sie sind. Die starke Form ist, wenn Menschen in ihrem Leben immer nur auf Hindernisse stoßen und ihnen alles im Leben nur schwer oder gar nicht gelingt. Burnout ist ein sehr deutliches und schmerzhaftes Indiz dafür.

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