Archiv für den Monat: Dezember 2013

Weihnachten: Ein Fest, das jeden betrifft.

Weihnachtsvöglein_AusschnittWeihnachten ist ein Fest, das jeden betrifft. Wer es ignoriert, nimmt bewusst Abstand. Wer flieht, erkennt gerade in dieser Abwehr, wie sehr er damit zu tun hat. Wer es mit Aktivismus zudeckt, zieht die Schale vor, statt zum Kern vorzudringen. Was aber ist der Kern?

Weihnachten ist so alt wie das Wissen der Menschen um die Wintersonnen- wende. Erst seit dem Mittelalter ist es auch ein bedeutendes christliches Fest. Zwar soll schon Kaiser Konstantin den Tag des Jupiters in das Fest der Geburt Christi umgewandelt haben, aber die Ostkirche feiert bis heute nicht Weihnachten, sondern die „Erscheinung des Herrn“ am 6. Januar. Erst das Mittelalter also hat das Fest der Sonne umgetauft in die Feier der Geburt einer Person, eines Kindes, des Jesus- kindes. Eine größtmögliche Spannung wird erzeugt. Man redet vom Erlöser, vom König der Könige und zeigt als Zeichen ein Kind, wie es millionenfach täglich geboren wird. Welche Botschaft soll so verkündet werden? Ich glaube, eine dreifache:

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Alles ändert sich – immer!

Alles ändert sich – immer! So erfreut mich das ganze Jahr über ein immerwährender Kalender mit Achtsamkeitsübungen. Heute blätterte ich auf folgenden Spruch von Drukpa Rinpoche: “Das Leben ist ein Fluss. Wenn du es näher betrachtest, dann wirst  du sehen, dass sich alles in jedem Augenblick ändert.” Zeitraffer-Aufnahmen beweisen das auf besonders faszinierende Art. Vieles, das wir für fest und unumstößlich halten, ändert sich. Selbst eine trutzige Burg ändert sich über die Jahrhunderte: sie bekommt Risse oder wird von Moos und Rosen bewachsen. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen tatsächlich an einem Fluss und eine besonders schöne Welle kommt daher geschwemmt. Wenn Sie dann die nächsten drei Wellen beobachten und dann doch finden, dass die erste Welle die schönste war – dann ist sie weg – für immer.

Oder Augenblicke. Wie oft im Leben möchten wir die Zeit anhalten, um den gerade erlebten Moment nie beenden zu müssen. Doch Chronos ist da unerbittlich. Die Zeit geht weiter und mit ihr vergeht irgendwann auch dieser Moment. Bei Menschen, die darauf geeicht sind, mit dem Auge des Mangels die Welt zu betrachten, ist dann oft ein großes Bedauern und Wehklagen zu hören.

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“Schein oder Sein?” Die zwei Gesichter.

Alzen,Ulrike_ mit TextWenn wir über Schein oder Sein nachdenken, landen wir automatisch bei Fragen wie: „WER BIN ICH? Dieser oder jener? Bin ich denn heute dieser und morgen ein anderer? Bin ich beides zugleich?“ Zitat Dietrich Bonhoeffer. Mit diesen Gedanken hat uns gestern gleich früh morgens in unserem Kairos-Workshop Ulrike Alzen beschäftigt. Ja also, wer bin ich denn nun? Bin ich die Beschreibung dessen, was ich immer so von mir gebe? Bin ich mein Name, meine Rollen, meine Ausbildungen, meine Tätigkeit? Bin ich also all das, was im Außen sichtbar wird? Oder bin ich all das, was sich in meinem Inneren abspielt?

Über die Außenbetrachtung können wir eine ganze Menge auflisten. Wir schauen uns das alles an mit den inneren Fragen: „Das bin ich nun also? Ist das alles?“ Es fühlt sich unbefriedigend an und wir gehen wir doch mal lieber den Weg über das Innere. Wir listen alles auf, was uns ausmacht, alle inneren Fülle- und Mangel-Punkte, und bemerken auf einmal die zwei Gesichter genannt „Schein oder Sein“. Gehen wir in Resonanz mit einem Fülle-Punkt erstrahlt unser ganzes Wesen und unser Gesicht zeigt es. Wir sind dann Fülle und „scheinen“ auch so. Gehen wir in Resonanz mit einem Mangel-Punkt wird unser Wesen eng, unser Gesicht zeigt es wieder. Und hier geht’s los.

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