Archiv für den Monat: Oktober 2011

Was habe ich von Kairos? Verkaufe ich dann mehr?

Fragen wir uns mal nüchtern: Was habe ich von Kairos? Verkaufe ich dadurch mehr Wein, Bankette, Seminare oder Hochzeitskleider … ? Wächst mein Unternehmen schneller? Unsere Antwort: „Direkt nein. Indirekt ja.“ Nehmen wir einmal an, jemand von uns lebt ausschließlich unter dem Druck des Terminkalenders. Er presst in seinen beschränkten Zeitraum ein Maximum an Besprechungen, Kundenbesuchen, Organisation, Fortbildungen. Er hetzt. Alle Gespräche stehen unter dem Motto: „Was habe ich davon?“ Wie lange geht das gut? Mehr und mehr Leute spüren, dass es sie auslaugt. Ihre Rettung: Sie gleichen den Energieverlust aus, indem sie joggen, meditieren oder im Urlaub alles aufholen wollen. Mit dem Ergebnis: Sie leben in zwei Welten. Hier gestresster Unternehmer. Dort entspannter Pausierer.

Wie lebt dagegen jemand von uns mit Kairos? Anders. Er macht Termine, wie sie passen und nimmt sich genügend Zeit und Raum, auch davor und danach. Er ist gut organisiert und besucht Fortbildungen nur, wenn sie der eigenen Persönlichkeit zu 100% entsprechen. Er geht ruhig seinen
Aufgaben nach. Alle Gespräche stehen unter dem Motto: „Was ist gegenwärtig optimal?“

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Was ist denn ein staatlich geprüfter Chef-Leider?

Ein staatlich geprüfter Chef-Leider ist ständig auf der Suche nach Leid. Er steht morgens auf, macht sich fertig für sein Tun in Ihrem Unternehmen und beginnt vehement und mit viel
Engagement sofort mit seiner Arbeit. Er schaut sich um nach Haken und Ösen. Er suche Haare in Suppen. Er beobachtet, ob auch alle Mitarbeiter Ihrer Firma schön leidvoll gucken und
so ihren Aufgaben nachgehen. Sollte jemand aus Versehen einmal guter Dinge sein oder gar
lächeln, schreitet er sofort ein und erinnert daran, die Arbeit wie bisher leidvoll zu verrichten. Damit die Ergebnisse berechenbar bleiben. Läuft alles nach seinen Vorstellungen, setzt er sich
hin und sucht nach weiterem Leid in der Zukunft. Überlegt sich, wie er mit vorweggenommener leidvoller Anteilnahme schon jetzt die nächsten Projekte konzipieren kann.

Denn dummerweise kommt es immer wieder vor, dass Mitarbeiter es wagen, vertrauensvoll in die nächsten Monate, gar ins nächste Jahr zu blicken. Dem muss permanent ein Riegel vorgeschoben werden. Deshalb ist der Chef-Leider auch so gut trainiert. Gelernt hat er sein Wissen schon ganz früh. Hat sich angeschaut, wie Unternehmen funktionieren und sich sofort für das staatlich anerkannte Leid-Studium mit umfassender Abschlussprüfung in viele Geschäftsbereichen entschieden. Und hat meist die Kernfächer Jammern, Meckern und Kritisieren gewählt. Das Nebenfach Tratschen ist in der Ausbildung auch immer sehr beliebt. Damit waren halt die vielfältigsten Möglichkeiten gegeben, einen gut bezahlten Job zu finden.

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Herbstspagat: ein gutes Training in Umbruchzeiten

Herbstspagat: ein gutes Training in Umbruchzeiten. Kennen Sie noch aus Ihrer Schulzeit den Spagat? Diese Übung, wo Sie die Beine vorne und hinten am Boden auseinander bekommen
mussten. Genau, das tat richtig weh und bis ganz nach unten auf den Boden habe ich es eh nie geschafft. Der Schmerz war zu groß. Was hat nun dieser Spagat mit der Jahreszeit Herbst zu tun? Na ja, auch der Herbst ist für mich ein Spagat. Nämlich mit dem einen Bein bin ich noch im Sommer. Gut zu sehen an meinen Sommergeranien im Garten. Aber durch das veränderte Licht, vom grellen Sommergelb zum goldenen Herbstgelb, sehen diese ziemlich fehl am Platz aus.

 

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Ihr unternehmerisches Reinheitsgebot: Was steht drin?

Ihr unternehmerisches Reinheitsgebot: Was ist damit gemeint? Seit einiger Zeit arbeite ich an einer „zauberhaften“ Inszenierung für eine Brauereibesichtigung. Damit sie auch gut gelingt, beschäftige ich mich natürlich sehr genau mit den Details der Braukunst, mit der Philosophie und mit der Historie. Und fand dabei eine Geschichte, die mich zum Nachdenken brachte. Ich spreche vom 23. April 1516 und einer Erfolgsstory, die Ihresgleichen sucht. Sie begann so:

Damals, vor fast 500 Jahren, wurde das Bier mit Gewürzen für besseren Geschmack oder Opium für eine bessere Wirkung versetzt. Zwei Herzögen in Bayern ging das mächtig gegen den Strich, denn ihnen lag die Reinheit des Bieres am Herzen. Es waren Wilhelm IV. und Ludwig X, die rigoros in der bayrischen Landesordnung am 23. April 1516 eine empfindliche Strafe für alle Bürger festlegten, die ein Bier mit mehr als den drei Zutaten Hopfen, Malz und Wasser brauten.

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