Archiv für den Monat: Juli 2011

Eine Sandburg bauen, bevor Sie Wichtiges besprechen.

Eine Sandburg bauen, bevor Sie etwas Wichtiges besprechen? Haben Sie überhaupt schon einmal eine richtig schöne Sandburg gebaut? Jeden Sommer strömen viele Bauwillige mit Schaufel und Eimer bewaffnet an die Strände. Und da, da stehen sie: Die Sandburgen. Wer jetzt nur an Kinder denkt, der irrt. Ich habe es selbst am südfranzösischen Strand, quasi „undercover“, getarnt als Urlauberin, beobachtet. Denn um mich herum ist kräftig gebuddelt worden.

Meistens fangen die Kinder an und die Eltern unterstützen sie tatkräftig. Dann kommt’s: Das Kind verliert die Lust. Trotzdem bauen die Mutter aber öfter noch der Vater versonnen weiter. Und das mit Ausdauer. Da werden tiefe Gräben gezogen, und die Türmchen und Verzierungen sind liebevoll kreiert. Eine Sandburg ist schöner als die andere. Ein Vater hat zusammen mit seiner Tochter eine Sandburg gebaut. Die Tochter stellt oben auf den höchsten Turm ihre Barbie-Puppe und der Vater stellt sechs fresswillige Plastik-Haifische unten an den Burgberg. Was wollen uns die beiden wohl damit sagen? Das Mädchen möchte vielleicht eine Prinzessin auf einer Burg sein, die von ihrem Prinzen gerettet wird. Und der Vater mit seinen Haifischen??? Der mag vielleicht keine Barbie Puppen und möchte sie deshalb lieber fressen oder gefressen sehen? Egal, was die beiden sich vorgestellt haben, die Frage ist doch:

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Guten Morgen liebe Sorgen?

Guten Morgen liebe Sorgen? Oder lieber: “Relax?” Das Leben lässt uns jeden Tag immer wieder neu wählen. Das beobachtete ich heute mal wieder sehr eindrücklich. Und zwar gleich am frühen Morgen. Szene Eins: Mir begegnet kurz nach dem Aufwachen aus einem laut gestellten Handwerkerradio der bekannte Liedtext von Jürgen von der Lippe: „Guten Morgen, liebe Sorgen, seid Ihr auch schon alle da?“ Mmhh?! Was will mir das denn sagen? Also gut, schaue ich mal genauer hin. Was sind überhaupt Sorgen? Gut, dass es Wikipedia gibt. Da steht:

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Das Glasperlenspiel und Kekskonzerte

Das Glasperlenspiel und Kekskonzerte: Was haben sie gemeinsam? Das habe ich mich neulich mal gefragt. Lange darüber nachgedacht. Und dann gemeinsam mit Karl Hofmann vom Institut für Kairologie die Antwort gefunden. Sie ist ganz einfach. Beide verbindet die Idee: Das Leben ist eigentlich zutiefst ein Spiel, in dem alles mit allem in Verbindung steht. Das ist in beiden Beispielen so. Ein richtiges Spiel aber ist zweckfrei. Und nur weil es zweckfrei gespielt wird, entstehen im Spiel immer neue Ideen.

Minou, die „Spielerin der Kekskonzerte“ schreibt dazu: „Die Idee wartet, bis Du sie nicht erwartest.“ Dann gibt sie Dir im rechten Moment ein Zeichen. Kairos-gemäß. Und plötzlich wird aus dem zweckfreien Spiel eine neue Realität. Wie im Glasperlenspiel von Hermann Hesse. Manchmal unternehmerische Realität. Wie die Kekskonzerte von Minou. Intellektualisiert formuliert würde ich schreiben: In Abgrenzung zur totalen Funktionalität wird etwas unternommen, was einfach nur Freude bereitet. Lass’ ich aber lieber sein und schreibe:

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Das Neue: heiß ersehnt und doch …

Das Neue: heiß ersehnt und doch …? In den vergangenen Tagen wurde ich in Gesprächen besonders oft gefragt: „Wieso ist es schwer, Neues, Schönes in mein Leben zu holen?“ So oft,  dass ich mich selbst fragte: „Ja, wieso ist es nur so schwer? Wieso ist Neues so heiß ersehnt und oft so schwer zu holen?“ Ein paar Antworten habe ich schon gefunden. Vielleicht haben Sie auch  noch die eine oder andere für sich, für mich und all die anderen Menschen, die sich diese Frage stellen:

Das „Neue“ klingt aus dem Wortbegriff zunächst so, wie Kinder intuitiv ihre Welt erobern. Will ich haben. Ist spannend. Aufregend. Bereichernd. Bewegend. Ist Lebendigkeit. Bedeutet Wachstum. Das „Neue“ hat, wie bestimmt alle wissen, irgendwann noch andere Bedeutung bekommen: Kann verwirrend sein. Gefährlich. Besitz ergreifend. Lähmend. … Und bringt eben auch Gefühle des Loslassens, des Abschieds, des Fremdelns in unser Leben. Wenn es Altes ablöst. Auf jeden Fall heißt „Neues“ auch Wandlung, Distanzierung, Veränderung. Und warum soll Veränderung jetzt so schwierig sein, obwohl so viele – wie die Kinder – immer wieder danach streben?

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