Archiv für den Monat: April 2011

Wer immer in Eile ist, begegnet sich nie.

Wer immer in Eile ist, begegnet sich nie und anderen ebenso wenig. Der Philosoph, Theologe und Schriftsteller Martin hat gesagt: „Alles Wirkliche im Leben ist Begegnung.“ Dieser Satz „begegnete“ mir vor ein paar Tagen und brachte mich ins Denken. Ja, genau. Nur durch Begegnungen, ich nenne es gerne Resonanz, spüren wir uns selbst. Für das Heranwachsen, für die Entwicklung, die Entfaltung – sowohl in körperlicher als auch in geistiger Hinsicht – sind Begegnungen unbedingt erforderlich. Sie lassen uns fühlen. Sie lassen uns wachsen. Sie lassen Leben „wirklich“ sein.

Doch wie entstehen Begegnungen? Ich meine, wirkliche Begegnungen? Kann ich sie „mal eben schnell“ in mein Leben holen, wenn es gerade so passt? Mein Blick in meinen Terminkalender sprach Bände. Gut, dass in diesem Augenblick gerade kein Spiegel parat war. …

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Kairos als positiver Stress.

Was bedeutet Kairos als positiver Stress für Sie? Hans Selye, der „Vater der Stressforschung“, meint, die höchste Pflicht des Menschen bestehe darin, „das eigene Ich seinem inneren Vermögen entsprechend soweit wie möglich zum Ausdruck zu bringen. Und dabei ein Gefühl selbstbewusster Sicherheit zu erlangen. Um dies zu erreichen, müssen wir zu allererst unser eigenes, optimales Stressniveau ermitteln…“ Sein erstes Stressbuch aber stellte Selye unter das Motto: „Dieses Buch ist all jenen gewidmet, die sich nicht scheuen, den Stress eines ausgefüllten Lebens in vollen Zügen zu genießen, und die nicht so naiv sind anzunehmen, dass dies ohne geistige Bemühung geschehen könne!“

Den Eu-Stress eines ausgefüllten Lebens kann aus meiner Sicht nur wirklich genießen, wer sich an seinem „Kairos“ orientiert. Doch wie finden wir „unser eigenes, optimales Stressniveau?“ Es ist nämlich ständig im Wandel, hat Rhythmus, hängt von Lebensphasen ab, kennt einen Wechsel von Resonanz und Dissonanz, verlangt eine gezielte Aufmerksamkeit, Übung – wie anderswo auch. Selye wusste: Ohne geistige Bemühung geht es nicht. Zugegeben, das stimmt nicht ganz. Man kann auch „arbeiten, bis der Arzt kommt“ (DIE ZEIT vom 8.7.2010, 21.). Burn-out-Kliniken boomen. Die meisten, die dort landen, sind „erfolgreiche Leute, die sich auf einmal fragen, warum sie sich das angetan haben: den Druck, den Stress, das entmutigende Gefühl, zu rennen und sich doch keinem Ziel zu nähern.“ (Ebd.)

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Mein Verstand, der Sprecher meines Körpers

Mein Verstand, der Sprecher meines Körpers. Bestimmt kennen Sie auch die Redewendung „Aus einem gesunden Körper spricht ein gesunder Geist“ oder haben sie sogar schon verwendet. In den letzten Tagen habe ich darüber nachgedacht und kam zu der Erkenntnis: Diese Formulierung drückt doch eine Trennung von Körper und Seele aus. Einige Menschen sagen sogar, die Seele werde wiedergeboren und darf immer wieder aufs Neue den Zyklus des Heranwachsens erleben,
um sich mit jedem neuen Körper immer weiter zu entfalten.

Egal jetzt, ob eine Seele tatsächlich wiedergeboren wird: Könnte es bedeuten, dass Körper und Seele nur eine Symbiose, also eine Verbindung zum Nutzen beider, eingegangen sind? Bei einer Symbiose, wie zum Beispiel bei Pilz und Baum, werden unzählige sichtbare und unsichtbare Verbindungen zwischen Symbiont und Wirt geschaffen. Und wenn unsere „Seele“ und damit unser gesamtes Wesen als Symbiont sehr eng mit dem Wirt „Körper“ verbunden ist, was gehört dann zur „Seele“ und was zum Wirt „Körper“? Ist mein Verstand ein Teil der Seele oder Teil des Körpers?

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