Archiv für den Monat: Januar 2011

Viele Wege führen nach Rom.

Viele Wege führen nach Rom. Auch in der Physik. Mit meinem Professor hatte ich im Physikstudium großes Glück. Er gehörte zu den Menschen, die über den Tellerrand schauten und darauf achtete, dass seine Studenten auch fürs Leben gewappnet sind. Während meiner Zeit in einem Studienprojekt mit drei Kommilitonen erzählte er uns folgende Geschichte: An der Universität Kopenhagen wurde folgende Examensaufgabe gestellt: „Erläutern Sie, wie Sie mit Hilfe eines Barometers die Höhe eines Wolkenkratzers ermitteln können.“ Einer der Studenten antwortete wie folgt: „Ich binde das Barometer an eine lange Schnur und lasse es vom Hochhaus herunter. Die Länge der Schnur plus die Länge des Barometers im Moment, in dem das Barometer den Boden berührt, ergibt die Höhe des Hochhauses.”

Der Prüfer war über diese originelle Antwort erbost und lies den Studenten durchfallen. Der Student erwirkte eine Überprüfung dieser Entscheidung, so dass ein Schiedsgericht feststellte, dass die Antwort zwar richtig sei, aber auf keinerlei Physikkenntnisse schließen ließe. Das Schiedsgericht empfahl, in einer mündlichen Prüfung diese Physikkenntnisse zu überprüfen. In dieser mündlichen Prüfung mit derselben Aufgabe, vergingen die ersten Minuten im Schweigen. Als einer der Prüfer nachfragte, worauf der Student warte, antwortete dieser: Er habe mehrere mögliche Lösungen im Kopf, könne sich aber noch nicht entscheiden, welche er präsentieren möchte. Ungeduldig bat ihn der Prüfer einfach anzufangen. So begann der Student:

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Wie kam die Glace auf das Stängeli?

Wie kam die Glace auf das Stängeli? Dieser ulkige Titel eines Büchleins der beiden Schweizer Autoren Eric Baumann und Stefan Eiselin brachte mich auf die Idee, mit Ihnen einmal wieder über die vermeintlichen Unmöglichkeiten des unternehmerischen Daseins zu sprechen. Und zwar ganz aus der Sicht der beiden „Neugierigen“, die sich immer selbst Fragen stellen. Und sie dann beim Tages-Anzeiger unter der Rubrik „Die Frage“ auch gleich beantworten.

Doch zunächst die kurze Geschichte zu der Einstiegsfrage Zitat aus dem Buch: „Aus purem Zufall. Der elfjährige Frank Epperson ließ einmal einen Mix aus Limonadepulver und Wasser und einen kleinen Rührstab vor dem Haus seiner Eltern liegen. In jener Nacht im Jahr 1905 fielen die Temperaturen in San Francisco unter den Gefrierpunkt. Und so fand der Bub am nächsten Morgen „Eis am Stiel“ vor der Tür. Seine Erfindung nannte er Epsicle. Er verkaufte sie jeweils bei Schulfesten. Erst rund 20 Jahre später erkannte er den wahren Wert und ließ seine Stängeli-Glace unter dem Namen Popsicle offiziel schützen.“ … Siehe auch

Was will uns nun diese Geschichte sagen? Manches kommt kairosmäßig zu uns geflogen oder ist sogar schon da – und wir … sind mit anderen „wichtigen“ Dingen beschäftigt?

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Innere Bilder oder: So bunt kann Leben sein.

Innere Bilder oder so bunt kann Leben sein: Neulich war ich in einem Kunstmuseum. Interessant. Alle Stilrichtungen quer durch die Jahrhunderte waren vertreten. Von den Anfängen bis zur Moderne. Aufgeschlossen schaute ich mir die Bilder an und dachte: Warum stoßen mich manche der Bilder ab, andere sind mir gleichgültig und noch andere berühren mich auf eine ganz merkwürdige Art. Ich wendete mich meiner Freundin zu, die mit mir das Museum besuchte, und machte sie „verzückt“, auf ein modernes Werk mit viel Farbe (gelb, blau, rot) einer gelben Kugel in der Mitte aufmerksam. Mit Begeisterung gab ich von mir, was ich alles darin sah. Völlig perplex schaute sie auf das Bild, hörte meine Worte und sagte: „Tja, wenn Du meinst. …“

Für mich strahlte dieses Bild Wärme und Geborgenheit aus. Ihr dagegen war es zu bunt, und die Farben regten sie sogar auf, da sie – wie sie fand – so chaotisch angeordnet waren. Warum schauten wir nun beide auf das gleiche Bild, aber jeder mit einer anderen Wahrnehmung. Rührte das Werk in uns, in unserem Gefühl oder Verstand, etwas Erlebtes, Erfahrenes an?

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Als ich mich selbst zu lieben begann

Als ich mich selbst zu lieben begann. Charlie Chaplin. Von seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959: „Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist. Von da konnte ich ruhig sein. Heute weiß ich: Das nennt man SELBST-BEWUSST-SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, wie sehr es jemand beleidigen kann, wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzudrücken, obwohl ich wusste, dass die Zeit nicht reif war und der Mensch nicht bereit, und auch wenn ich selbst dieser Mensch war. Heute weiß ich: Das nennt man RESPEKT.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Einladung zum Wachsen war. Heute weiß ich: Das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freuen Zeit zu berauben, ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Freude und Glück bringt, was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem eigenen Rhythmus. Heute weiß ich: Das nennt man EINFACHHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das „gesunden Egoismus“. Heute weiß ich: Das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer Recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt: Das nennt man BESCHEIDENHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich noch in diesem Augenblick wo ALLES stattfindet, so lebe ich heute jeden Tag, Tag für Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken behindern und krank machen kann. Als ich mich jedoch mit meinem Herzen verband, bekam der Verstand einen wertvollen Verbündeten. Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN!“

Ihnen allen ein wunderbares Neues Jahr
Ihre Gabriela Linne
Kairos-Leittext 5. Januar 2011