Archiv für den Monat: August 2010

Das Leben ein Schachspiel

Und wenn das Leben ein Schachspiel wäre? Haben Sie auch schon Schach gespielt? Ich spielte in der Jugend gern mit Freunden, wenn auch nur mäßig gut. Ich überblickte höchstens mal meine nächsten drei bis vier Züge. Meine Absichten waren leicht zu erkennen – und zu durchkreuzen. Später als Vater hatte ich bald keine Chance mehr gegen meinen Sohn. Er spielte mit mir Blitzschach. Er lachte manchmal über einen Zug von mir, den ich für gut hielt, und zeigte mir dann auf, was ich damit längerfristig verlor. Heute helfen mir diese Erfahrungen. Für mich ist das Schachspiel gut geeignet, uns die Wirklichkeit des Kairos zu erhellen.

Moderne Spiele spiegeln ja oft das Prinzip von Chaos und Ordnung, Versuch und Irrtum, Übung und Bildung wider. Der besondere Reiz des jahrtausende alten Schachspiels liegt in der Balance von kausalem und analogem Denken. Jeder einzelne Zug folgt einer strengen Ordnung von Ursache und Wirkung, ohne den Zufall „Würfel“. Die Qualität des Spiels aber liegt auf der analogen Ebene. Analoges Denken erkennt im Verschiedenen das Ähnliche wieder, sieht im Einzelnen das Ganze, wechselt von einer horizontalen auf eine vertikale Ebene. Ein Schachspieler spricht gern von „Strategie“.
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Ihre intrinsische Motivation

Ihre intrinsische Motivation und Sie: Haben Sie sich schon mit Ihrer intrinsischen Motivation bekannt gemacht? Als mir dieser Begriff vor einigen Jahren das erste Mal begegnete, erging es mir, wie vielleicht einigen von Ihnen gerade auch: „Was ist das nun wieder? Brauch’ ich das?“ Schlagen wir doch mal bei Wikipedia nach: „Der Begriff intrinsische Motivation bezeichnet das Bestreben, etwas um seiner selbst willen zu tun – weil es einfach Spaß macht, Interessen befriedigt oder eine Herausforderung darstellt. Bei der extrinsischen Motivation steht dagegen der Wunsch im Vordergrund, bestimmte Leistungen zu erbringen, weil man sich davon einen Vorteil (Belohnung) verspricht oder Nachteile (Bestrafung) vermeiden möchte.

Die intrinsische Motivation steigt mit der Übereinstimmung zwischen Wünschen der Person und ihrer Aufgabe. So kann zum Beispiel ein Lernstoff den Lernenden so sehr interessieren, dass er sich freiwillig mit ihm befasst. Es lässt sich spekulieren, dass neugierige Menschen gerne Sachbücher lesen, während Menschen mit einem starken Bedürfnis nach Ordnung und Bewahrung gerne Briefmarken sammeln. Freizeitaktivitäten sind häufig eher intrinsisch motiviert, während arbeitsbezogene Tätigkeiten häufig eher extrinsisch motiviert sind. Intrinsische Motivation ist leistungsfördernder, prägender und angenehmer als eine extrinsische.“

Ach so, dachte ich. Ja klar. Weiß ich doch auch schon längst … Oder? Wie so oft, wenn ich dachte, ich wisse schon genau Bescheid, ging’s meist erst richtig los. Mit den ehrlichen Fragen an mich selbst, an mein tiefstes Inneres. Und vor allen Dingen mit den ehrlichen Fragen hierzu auf mein Unternehmen, meine unternehmerischen Aufgaben, Aktivitäten, Leistungen, Agnebote … Fragen wie:

Wobei g e n a u bin ich intrinsisch motiviert?
Wobei g e n a u gehe ich voran, ohne mehr und mehr Reize?
Wobei g e n a u kann ich immer wieder mit Kreuzungen, Sackgassen, Umleitungen umgehen?
Wobei g e n a u fühle ich mich am richtigen Platz?
Wobei g e n a u geht mir das Herz auf?
Wobei g e n a u vergesse ich Zeit und Raum?
Wobei g e n a u begegne ich mir selbst, bin ich ganz ich selbst?

Und ist meine intrinsische Motivation gar eins mit meiner Vision? Ist sie mein „Stern in der Nacht“? Ist sie mein Sinn für mein Leben und wertvoll für das Leben anderer? Es hat eine Weile gedauert, bis ich all das herausfand. Fragen Sie mich jetzt, ob es sich „gelohnt“ hat? Ja. So sehr, dass ich Sie gerne ebenfalls dazu ermutigen möchte mit der Frage: Was treibt Sie an? Bruno Frey, FAZ, beschäftigte sich Anfang dieses Jahres mit diesem Thema so. Es gibt sogar ein Intrinsic-Video. Und wenn Sie mit Ihrer intrinsischen Motivation mal in einer Sackgasse gelandet sind: Machen Sie weiter.

Meine intrinsische Motivation KAIROS und ich grüßen Sie herzlich
Ihre Gabriela Linne

Kairos-Leittext 11. August 2010