Kategorie-Archiv: Hofmann, Karl

Ostergedanken 2014 – Kairos und Auferstehung

Dr. Karl Hofmann

Dr. Karl Hofmann

Ostergedanken 2014 – Kairos und Auferstehung. Rund um Ostern darf man das vielleicht mal sagen: Jedes eingescannte Dokument vollzieht „Auferstehung“. Das Original ist einmalig, weil geschichtlich, die Reproduktion ist gleichsam „ewig“, beliebig wiederholbar – sobald der Scan gespeichert ist. Dazwischen läuft ein „blitzartiger“ Prozess ab. Man sieht manchmal ein grelles Licht, in dem (wer weiß schon, wie?) die Sache verwandelt wird. Jede CD, jeder Film, jedes Foto, jedes Telefonat, ja jede Art digitaler Speicherung ist „Auferstehung“ und der Weg zur permanenten Verfügbarkeit ist gleichsam eine „Himmelfahrt“. Ich weiß, so reden wir nicht über diese Dinge. Wir glauben hier nicht. Wir sehen und wissen. Aber weder die Jünger Jesu noch das Mittelalter haben in diesem bewussten Sinn etwas geglaubt: sie haben gesehen, gehört, be-griffen.
Weiterlesen

Mein menschliches iPhone:

Dr. Karl Hofmann

Dr. Karl Hofmann

Mein menschliches iPhone: Manchmal ist das Selbstverständlichste das Interessanteste, was sich bedenken lässt. Selbstverständlich ist wohl für jeden Unternehmer sein iPhone (oder Smartphone). Das Tolle an so einem Gerät ist, dass es uns die wesentlichen vier modernen Bedürfnisse zu erfüllen ermöglicht. Wir können dadurch individuell tätig werden (apps), Kontakt aufnehmen (telefonieren), mit der Welt gegenwärtig sein (Internet) und uns orientieren (Navigation).

Aber sind das wirklich nur „moderne“ Bedürfnisse? Sind das nicht die ursprünglichsten von uns Menschen überhaupt? Möchte nicht immer schon jeder von uns sich selbst frei entfalten, in echter Beziehung zu anderen sein, die Welt in ihrem Potenzial erfassen und sich im Leben sicher orientieren? Wenn dem so ist, ist dann ein iPhone nur ein technisch konstruiertes Abbild dessen, was jeder von uns als menschliches iPhone braucht – und daher auch als Potenzial hat?
Weiterlesen

Weihnachten: Ein Fest, das jeden betrifft.

Weihnachtsvöglein_AusschnittWeihnachten ist ein Fest, das jeden betrifft. Wer es ignoriert, nimmt bewusst Abstand. Wer flieht, erkennt gerade in dieser Abwehr, wie sehr er damit zu tun hat. Wer es mit Aktivismus zudeckt, zieht die Schale vor, statt zum Kern vorzudringen. Was aber ist der Kern?

Weihnachten ist so alt wie das Wissen der Menschen um die Wintersonnen- wende. Erst seit dem Mittelalter ist es auch ein bedeutendes christliches Fest. Zwar soll schon Kaiser Konstantin den Tag des Jupiters in das Fest der Geburt Christi umgewandelt haben, aber die Ostkirche feiert bis heute nicht Weihnachten, sondern die „Erscheinung des Herrn“ am 6. Januar. Erst das Mittelalter also hat das Fest der Sonne umgetauft in die Feier der Geburt einer Person, eines Kindes, des Jesus- kindes. Eine größtmögliche Spannung wird erzeugt. Man redet vom Erlöser, vom König der Könige und zeigt als Zeichen ein Kind, wie es millionenfach täglich geboren wird. Welche Botschaft soll so verkündet werden? Ich glaube, eine dreifache:

Weiterlesen

Schrei nach Entlastung

Hören Sie auch manchmal den Schrei nach Entlastung? Haben Sie auch schon gehört vom neuen Unternehmer-Bewusstsein? Der neue Unternehmer schafft sich ständig Klarheit hinsichtlich der eigenen Ziele, Träume und Vorstellungen. „Was sind deine Ziele, Träume und Visionen? Was treibt dich an, was bewegt dich? Wo ist deine Berufung, deine Begeisterung? Was willst du erleben? Was sind die Prioritäten in deinem Leben, wohin richtet sich deine Aufmerksamkeit?“ Ist er damit fertig, stellt sich ihm schon die nächste große Frage: „Inwiefern ist dieses Bild der eigenen Zukunft und der damit verknüpften Leistungen für die Gemeinschaft nützlich?“ Aus beidem muss sich dann das „So soll es werden, so soll es sein.“ ergeben. Denn „diese konkrete Absicht beeinflusst die Wirklichkeit und wird sich in der materiellen Welt manifestieren.“

Weiterlesen

Kairos-Leittext: Die Qual der Wahl 2013.

Die Qual der Wahl 2013. Heute waren auch Unternehmer nur Wähler. Dann ist jeder von uns Teil eines dreifachen Kairos-Tests, der sich auf unser historisches Hier und Jetzt bezieht.

Der erste Kairos-Test gilt dem Bewusstsein von uns Wählern. Haben die Parteien die richtigen Themen gewählt? Haben sie einen Sinn für das, was das Volk im Hier und Jetzt als bedeutsam empfindet? Bieten Sie das Produkt an, das die Menschen haben wollen?

Der zweite Kairos-Test gilt den Personen. Haben die Parteien die richtigen Leute an die Spitze gestellt? Können sie mit uns in Resonanz gehen? Erwecken sie den Eindruck, ihnen, ihrer Klugheit, Gerechtigkeit, Verlässlichkeit vertrauen zu können?

Der dritte Kairos-Test gilt der Demokratie als Existenzform unseres Staates. Sind die Leute in ausreichendem Maße dafür zu motivieren, zur Wahl zu gehen? Wie stark ist das Gemeinwesen noch? Wie sehr steht auch die jüngere Generation dazu? Weiterlesen

Unternehmerischer Druck: Wie stellen wir uns?

Unternehmerischer Druck? „Als Unternehmer hast du immer Druck. Den musst du aushalten“, so höre ich. Dazu sagt Jürgen Hubbert, der frühere Mercedes-Chef: „Druck ist, wenn du nicht mehr du selbst sein kannst. Weil immer alle auf dich schauen. Weil immer einer was von dir will. Und dieser Druck ist geeignet, Menschen zu verbiegen.“

Machen wir uns bewusst, dass das Empfinden von Druck keine objektive Gegebenheit ist. Es ist eine Sache der inneren Kraft. Druck wird zum Problem, wenn die Kraft nicht mehr dafür ausreicht, „du selbst zu sein“. Eine Form der Reaktion kann sein, sich zu „verbiegen“. Bestimmte Werte zu opfern, z.B. Ehrlichkeit oder Gerechtigkeit. Evtl. tut man, was man immer kritisiert hat, sich etwa einlassen auf Korruption.

Weiterlesen

Bauchgefühl, Intuition und Risiko

Wir stehen ständig vor Entscheidungen und wissen oft nicht, was hier und jetzt das Richtige ist. Noch weiterarbeiten oder pausieren? Sich auf jemanden einlassen oder sich zurückziehen? Den Job behalten oder Neues beginnen?

Dann sagt uns manchmal jemand: Folge deinem Bauchgefühl! Was heißt das? Haben wir im Bauch ein besonderes Entscheidungszentrum? Nein, sagt uns dazu Prof. Gigerenzer, dessen zentraler Forschungsgegenstand sein Leben lang das „Bauchgefühl“ war, in einem Interview der Süddeutschen Zeitung (13./14.7.2013, V2/10): „Das Bauchgefühl sitzt im ganzen Körper und im Wesentlichen im Gehirn. Die Assoziation zwischen Intuition und Bauch ist eine deutsche. Im Amerikanischen nennt man es „guts“, das bedeutet Eingeweide, im Französischen ist es das Herz, im Spanischen oder Kroatischen oder vielen anderen Sprachen gibt es diese Assoziation gar nicht.“ Außerdem, so meint der Experte, sei es wichtig, „Intuition vom Weiblichen zu trennen, und auch von Willkür oder vom sechsten Sinn. Intuition ist eine Form von unbewusster Intelligenz. Intuition ist gefühltes Wissen, das man spürt, aber nicht begründen kann.“

Weiterlesen

Navigationssystem: Wenn Sie Magellan ein Navi gezeigt hätten …

Der große portugiesische Seefahrer Magellan startete 1518 die erste Weltumseglung (deren Vollendung drei Jahre später er nicht mehr erlebte). Er war überzeugt, den Durchgang zum Pazifik zu finden. Doch dann kam der Punkt, an dem er nicht mehr wusste, wohin es weiter ging. Was Magellan fehlte: ein Navigationssystem.

Nun stellen Sie sich vor, Sie hätten die Aufgabe, Magellan zu beraten. Würden Sie nun große Bücher wälzen? Sicher nicht. Sie ziehen das Smartphone aus der Tasche und sagen: Herr Magellan, mein GPS sagt mir, dass sie noch 520 Seemeilen haben bis zum Durchgang in den Pazifik. Dann brauchen Sie x km bis zu den Malukken. Die Winde blasen primär … Das Wetter ist …

Weiterlesen

Kairos goes global

Schon gehört von der „Kairos Society“? Junge amerikanische Unternehmer haben sie vor kurzem gegründet, nachdem einige Studenten an der Harvard University damit ganz fünf Jahre experimentiert hatten. Und jetzt agieren sie schon mit 1200 Mitgliedern weltweit. Sie haben nicht lange reflektiert über den Unterschied von Chronos und Kairos.

Sie verstanden, dass es bei „Kairos“ um günstige Gelegenheiten für junge Unternehmer und ihre Ideen geht – und starteten ein globales Netzwerk, für dessen Förderung sie bereits einige große Firmen gewannen. Und so klingt das dann auf ihrer Internetseite: „At the Kairos Society, we view today’s global problems as opportunities for entrepreneurs to focus on the meaningful businesses and innovations that will radically change the world for the better.“

Weiterlesen

Kairos-Weihnachtsgedanken im Kerzenschein

Ich lade Sie ein, sich für Kairos-Weihnachtsgedanken im Kerzenschein dem üblichen Trubel so kurz vor Weihnachten für eine Stunde zu entziehen, sich eine Kerze oder gar die drei Kerzen eines Adventskranzes anzuzünden, und dem Sinn des Ganzen nachzuspüren – im Blick auf das, was wir Kairos nennen,.

Ist Kairos doch der schöpferische Ursprung all dessen, was wir an heilenden, erinnernden, kraftvollen Zeichen und Ritualen haben. Das gilt in besonderer Weise für die Symbole und Rituale rund um Weihnachten. Betrachten Sie zum Beispiel einmal einen Adventskranz:

Vier Kerzen und vier Sonntage bereiten vor auf den Baum voll Licht. Warum vier? Die 4 steht für eine wesentliche Verwandlung. Es geht um eine Verwandlung, die alle betrifft, und eine, die jeden einzelnen angeht. Diese bereitet den Weg für ein Geheimnis, das erst enthüllt werden kann, wenn „die Zeit erfüllt ist“. Es ist das Ereignis einer Geburt, in dem „oben“ und „unten“ eins werden.

Weiterlesen